Familienplanung

Nachhaltiger Ansatz für die Mittelschicht

„Verhütung ist eine Frage von Einkommen und Bildung.“
  • Solomon Betre, Apotheker, Äthiopien

 

Wer sich Verhütungsmittel nicht leisten kann, wird in vielen Ländern über staatliche Programme oder internationale Hilfsorganisationen kostenlos oder zu stark subventionierten Preisen versorgt. Der wachsenden Mittelschicht, die es in vielen Entwicklungsländern gibt, werden solche Angebote allerdings kaum gerecht: Eine Frau, die ihren Lebensunterhalt selbst bestreitet, möchte ihr Verhütungsmittel verlässlich in der Apotheke kaufen können – in Afrika genauso wie in einem Industrieland.

Nemayehu Dhabu, 28, Apotheker in der Provinzhauptstadt Adama, Äthiopien
Nemayehu Dhabu, 28, Apotheker in der Provinzhauptstadt Adama, Äthiopien

Dennoch sind Frauen mit mittlerem Einkommen, denen die hochpreisigen Markenprodukte zu teuer sind, bislang weitgehend auf subventionierte Hilfsangebote angewiesen. Neben langen Wartezeiten an den Ausgabestellen müssen sie dabei in Kauf nehmen, als bedürftig zu gelten. Kaufen sie günstige, subventionierte Verhütungsmittel aus der Apotheke, kann durch Wegbrechen der spendenbasierten Finanzierung ein Versorgungsengpass entstehen, wodurch die Verhütungspille nicht mehr verfügbar wäre.

Verlässliche Versorgung durch nachhaltigen Ansatz

Apothekerin Lulu Amakelech (r.) erklärt Tizita Getachew (l.) die Anwendung eines Kontrazeptivums. Bayer hat 2010 zusammen mit der US-Behörde für internationale Entwicklung USAID ein orales Kontrazeptivum zu einem reduzierten Preis in Äthiopien eingeführt.
Apothekerin Lulu Amakelech (r.) erklärt Tizita Getachew (l.) die Anwendung eines Kontrazeptivums. Bayer hat 2010 zusammen mit der US-Behörde für internationale Entwicklung USAID ein orales Kontrazeptivum zu einem reduzierten Preis in Äthiopien eingeführt.

Für Frauen in afrikanischen Ländern südlich der Sahara haben Bayer und die US-Entwicklungsbehörde USAID darum ein neuartiges Angebot geschaffen. Im Zuge der „Contraceptive Security Initiative“ (CSI) vertreibt Bayer die Verhütungspille Microgynon Fe® zu einem Preis, der an die finanziellen Möglichkeiten von Frauen mit mittlerem Einkommen angepasst ist, direkt über die Apotheken.

Die Kosten für Produktion und Vertrieb sind dabei voll durch den Kaufpreis gedeckt. Das bedeutet, dass Angebot und Verfügbarkeit unabhängig von Subventionen allein durch die Nachfrage im Land geregelt werden – Versorgungslücken können praktisch nicht entstehen, die zuverlässige Verfügbarkeit des Verhütungsmittels („Contraceptive Security“) ist gesichert.

Lokale Großhändler und Apotheker verdienen als Teil der Versorgungskette am Vertrieb. Sie haben somit ein eigenes Interesse, das Produkt auf Lager zu haben. Mit ihrem Arbeitseinkommen tragen sie gleichzeitig zur Wirtschaftsleistung ihres Landes bei – ein weiterer Beitrag, den das Programm zur Nachhaltigkeit leistet.

Die Contraceptive Security Initiative ist 2010 in Äthiopien angelaufen und wurde inzwischen auf Uganda, Tansania, Ruanda, Ghana, Kenia und Malawi ausgeweitet. Die Einbindung weiterer Länder ist bis September 2016 vorgesehen.

Microsite – Äthiopien: Familienplanung als Entscheidung

Verhütungsmittel auf dem Privatmarkt zu kaufen, ist für viele Frauen in den Entwicklungsländern zu teuer. Deshalb ist unser Lieferpreis für ein gleichartiges Produkt so gestaltet, dass Apotheken die Verhütungspille zu einem Preis anbieten können, der an die finanziellen Möglichkeiten der Frauen mit mittlerem Einkommen angepasst ist. In Äthiopien wird neben dem Zugang zu Verhütungsmitteln auch das Beratungsangebot in Fragen der Familienplanung ausgeweitet.

Klicken Sie hier, um die vollständige Reportage zu lesen:

„Unsere Initiative trifft einen Nerv“

Ulrike von Gilardi und Ariane Püttcher, die bei Social HealthCare Programs das Projekt „Contraceptive Security Initiative“ leiten, welches Bayer 2010 gemeinsam mit der USAID startete, waren beim Launch-Event in Nairobi dabei.

„Contraceptive Security Initiative“ – Äthiopien