Familienplanung

Wahlmöglichkeiten sicherer Langzeitverhütung

„Innovative Partnerschaften verbessern den Zugang zu Familienplanung und helfen Frauen dabei, ihr Leben zu planen und ihre Zukunft zu gestalten.“
  • Chris Elias, Präsident des Programms zur Globalen Entwicklung Bill & Melinda Gates Foundation

 

Für Frauen, die nach einer Geburt zunächst keine weitere Schwangerschaft planen, kann eine reversible Langzeitverhütungsmethode eine große Entlastung bedeuten. Solche Verhütungsmittel haben eine Wirkdauer von bis zu fünf Jahren. Regelmäßige Kontrollbesuche beim Arzt sind nicht notwendig und im Gegensatz zur Verhütungspille besteht auch kein Risiko, wegen eines Einnahmefehlers ungeplant schwanger zu werden.

Fikirte Disasa, 22, hat einen sechs Monate alten Sohn. „Ich will kein weiteres Kind“, erklärt sie.
Fikirte Disasa, 22, hat einen sechs Monate alten Sohn. „Ich will kein weiteres Kind“, erklärt sie.

Dies könnte gerade Frauen zugutekommen, die in Gegenden mit lückenhafter Gesundheitsversorgung leben, und die Nachfrage in diesen Gebieten steigt kontinuierlich an. Doch klassische Familienplanungsprogramme zur Versorgung bedürftiger Familien bieten bislang vorwiegend orale Verhütungsmittel an. Vornehmlich aus Kostengründen: Auch wenn eine Langzeitverhütungsmethode über den Gesamtzeitraum ihrer Wirkdauer preisgünstiger ist, sind die anfänglichen Einmalkosten höher als der Preis für eine Monatspackung Verhütungspillen.

Um diese Versorgungslücke gezielt zu schließen, verpflichteten sich Regierungen, NGOs und Unternehmen – darunter Bayer – auf dem Familienplanungsgipfel 2012 in London, 120 Millionen Frauen in Entwicklungsländern eine größere Auswahl an Verhütungsmethoden und vor allem den Zugang zu sicherer reversibler Langzeitverhütung zu ermöglichen.

27 Millionen Verhütungsimplantate in sechs Jahren

Gemeinsam für einen besseren Zugang zu Verhütungsmitteln in Entwicklungsländern (v.l.): der frühere U.S.-Präsident Bill Clinton, Dr. Raj Shah (USAID), Scott Sherriff (BHC), Justine Greening (britische Staatssekretärin für Internationale Entwicklung), Jens Stoltenberg (Premierminister Norwegen) und Goodluck Jonathan (Staatspräsident Nigeria) bei den Vereinten Nationen). (Quelle: Vereinte Nationen)
Gemeinsam für einen besseren Zugang zu Verhütungsmitteln in Entwicklungsländern (v.l.): der frühere U.S.-Präsident Bill Clinton, Dr. Raj Shah (USAID), Scott Sherriff (BHC), Justine Greening (britische Staatssekretärin für Internationale Entwicklung), Jens Stoltenberg (Premierminister Norwegen) und Goodluck Jonathan (Staatspräsident Nigeria) bei den Vereinten Nationen). (Quelle: Vereinte Nationen)

Dieses Ziel war der Grundstein für das Jadelle Access Program, das die Bill & Melinda Gates Foundation und Bayer 2013 ins Leben riefen. Das Verhütungsimplantat Jadelle® von Bayer wurde als sichere, wirksame und reversible Langzeitmethode seit 2009 durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) präqualifiziert – ein Gütesiegel, das Sicherheit und Wirksamkeit des Produktes bescheinigt.

Im Zuge des Programms stellt Bayer innerhalb von sechs Jahren 27 Millionen Verhütungsimplantate bereit. Um die vertraglich vereinbarte Menge liefern zu können, haben wir unsere Produktionskapazitäten am Standort Turku ausgebaut. Die Bill & Melinda Gates Foundation übernimmt im Gegenzug das Ausfallrisiko.

Große Hilfsorganisationen wie der United Nations Population Fund (UNFPA) und die US Agency of International Development (USAID) sowie lokale Gesundheitsbehörden kaufen die Verhütungsimplantate zu einem um mehr als 50 Prozent reduzierten Preis und bieten sie in den Entwicklungsländern kostenlos an. Ausführliche Schulungen vor Ort sorgen dafür, dass medizinische Fachkräfte die Frauen und Mädchen, die verhüten möchten, kompetent zu allen verfügbaren Methoden beraten können und dass letztere das Verhütungsimplantat, sofern sie sich dafür entscheiden, sicher einsetzen können.

Indem die Partner die Versorgung über sechs Jahre garantieren, bietet das Programm Frauen vor Ort mehr Planungssicherheit als Angebote, die – wie häufig praktiziert – von jährlichen Ausschreibungs- und Angebotsverfahren (Tender) abhängen.

Auf dem Weg zu den Millenniums-Entwicklungszielen

Das Jadelle Access Program ist in über 50 Ländern der Welt tätig, auch in solchen, die nach Ansicht der Vereinten Nationen noch einen recht langen Weg vor sich haben, ehe sie die Millenniums-Entwicklungsziele zur besseren Gesundheit von Müttern und Kindern erreichen.

Mithilfe des Programms könnten knapp 30 Millionen ungewollte Schwangerschaften und somit etwa 280.000 Fälle von Kindersterblichkeit und 30.000 Fälle von Müttersterblichkeit verhindert werden.

Audio: „Contraceptive Security Initiative“ – Äthiopien