Vernachlässigte Krankheiten

Afrikanische Schlafkrankheit

„Ich bin stolz, dass ich durch die Behandlung wieder klar denken kann.“
  • Moses Ayiri, Patient Afrikanische Schlafkrankheit, Uganda

Weltweites Erwachen im Kampf gegen die Afrikanische Schlafkrankheit

Chart: Cycles of african sleepness disease
Chart: Cycles of african sleepness disease

Verwirrtheit, Wahrnehmungsstörungen und Koordinationsschwierigkeiten: Patienten, die an der Afrikanischen Schlafkrankheit leiden, verlieren nach und nach die Kontrolle über ihr Bewusstsein und sinken im Endstadium in einen Dämmerzustand. Verursacher der tückischen Krankheit sind einzellige Parasiten der Gattung Trypanosoma, die das Gehirn und das zentrale Nerven¬system befallen. Unbehandelt verläuft die Afrikanische Schlafkrankheit tödlich, im Frühstadium kann sie jedoch mit Medikamenten geheilt werden.

Erfolg in Zahlen

Chart: One desease - two forms of infection
Chart: One desease - two forms of infection

Die Krankheit bedroht Millionen von Menschen in 36 Ländern südlich der Sahara. Besonders dringlich ist der Handlungs¬bedarf bei einer Infektion mit dem Parasiten Trypanosoma brucei gambiense: Der Erreger ist für 95 % aller Infektionen verantwortlich. Bei dieser Form bleibt die Krankheit über Monate oder sogar Jahre unbemerkt. Wenn sich erste Symptome zeigen, ist sie bereits weit fortgeschritten und die Behandlung gestaltet sich schwierig.

Tsetse fly
Tsetse fly

Seit 2000 setzt sich die WHO mit Hilfe von Partnern stark für die Eindämmung der Afrikanischen Schlafkrankheit ein. Durch den Einsatz von Screening-Programmen und die Bereitstellung von Medikamenten ist die Zahl der Fälle stark rückläufig: 2009 wurden erstmals weniger als 10.000 Neuerkrankungen gemeldet, die geschätzte Gesamtzahl der Fälle ist von etwa 300.000 im Jahr 1998 auf schätzungsweise 30.000 im Jahr 2009 zurückgegangen.

Bayer ist eines der Unternehmen, welche die WHO im Kampf gegen die Afrikanische Schlafkrankheit maßgeblich unterstützen.

Lebensnotwendige Medikamente für die WHO

Die verbreitete westafrikanische Form der Schlafkrankheit kann heute mit einer Kombinationstherapie aus dem Wirkstoff Nifurtimox von Bayer und Eflornithin eines anderen Herstellers wirksam behandelt werden. Nach Abschluss der klinischen Studien im Jahr 2009 wurde die neue Therapie in die WHO-Liste der lebensnotwendigen Medikamente aufgenommen. Bayer stellt der WHO seitdem Nifurtimox zur Behandlung im Rahmen der Nifurtimox-Eflornithin-Kombinationstherapie (NECT) zur Verfügung.

Patient Adomaté (9) nach langer Behandlungsodyssee auf dem Weg der Besserung in Omugo, Uganda.

Außerdem stellt das Unternehmen seit 2002 jährlich 10.000 Ampullen mit dem Wirkstoff Suramin bereit, der ebenfalls auf der WHO-Liste der „Essential Medicines“ steht: Suramin wird bei Infektionen mit dem Parasiten Trypanosoma brucei rhodesiense eingesetzt, der vor allem in Ost- und Südafrika vorkommt. Symptome zeigen sich bei einer Infektion bereits im ersten Krankheitsstadium – so kann die Therapie frühzeitig begonnen werden. Dieser Erregertyp ist für weniger als 5 Prozent der Fälle verantwortlich.

Erphas Olema, 38, Leiter des Omugo Health Centers im Nordwesten Ugandas

Microsite – Uganda: Afrikanische Schlafkrankheit

In Uganda ist die Afrikanische Schlafkrankheit eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen. Die Krankheit macht nicht nur müde – sie tötet. Ihre Opfer werden gesellschaftlich geächtet, die Behandlung verursachte bisher kaum erträgliche Nebenwirkungen. Journalist Matias Boem besuchte das Land und sprach mit Patienten und Angehörigen über das Leben mit der Krankheit.

Klicken Sie hier, um die vollständige Reportage zu lesen:

Uganda: Afrikanische Schlafkrankheit

Zahl der Fälle weltweit: laut WHO-Schätzung 20.000 (Stand 03/2014)

Neuerkrankungen pro Jahr: 6.228 im Jahr 2013

Übertragung: Die Erreger – die einzelligen Parasiten Trypanosoma brucei gambinese (West- und Zentralafrika) und Trypanosoma brucei rhodesiense (Ost- und Südafrika) – werden hauptsächlich durch den Speichel der Tsetse-Fliege auf den Menschen übertragen.
Krankheitsverlauf: Die Erreger befallen Gehirn und zentrales Nervensystem. Typische Symptome sind Verwirrtheit, Wahrnehmungsstörungen und Koordinationsschwierigkeiten, im Endstadium ein Dämmerzustand. Ohne Behandlung verläuft die Afrikanische Schlafkrankheit tödlich.