Vernachlässigte Krankheiten

Chagas

„Bayer und die WHO sind seit 2004 gemeinsam als Partner im Kampf gegen die Chagas-Krankheit aktiv.“
  • Dr. Jean Jannin, Weltgesundheitsorganisation, Schweiz

Chagas – Die unterschätzte Gefahr

Rund zehn Millionen Menschen sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der Chagas-Krankheit infiziert, mehr als 10.000 sterben jedes Jahr daran. Vor allem in Lateinamerika ist die Krankheit verbreitet: In einigen Gegenden ist fast ein Viertel der Bevölkerung betroffen. ie Auswirkungen sind gravierend, sowohl für die Erkrankten und ihre Angehörigen als auch für die Wirtschaftsleistung der betroffenen Länder. Die WHO beziffert den Produktiv¬itäts¬verlust durch die Chagas-Krankheit mit 1,2 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Frühe Behandlung kann Leben retten

Die Raubwanze Triatoma infestans, der häufigste Überträger der Chagas-Krankheit, ist besonders im Norden Lateinamerikas, in Mittelamerika und Mexiko verbreitet.
Die Raubwanze Triatoma infestans, der häufigste Überträger der Chagas-Krankheit, ist besonders im Norden Lateinamerikas, in Mittelamerika und Mexiko verbreitet.

Der Erreger – der einzellige Parasit Trypanosoma cruzi – wird durch Raubwanzen übertragen, die in den Ritzen nicht verputzter Lehmhütten ideale Lebensbedingungen finden. Vor allem Menschen in einfachen Wohnverhältnissen sind daher gefährdet.

Unmittelbar nach der Infektion treten leichte, grippeähnliche Symptome auf. Sie sind aber so unspezifisch, dass sie oft nicht richtig gedeutet werden – dabei ist die Krankheit in diesem Stadium mit Medikamenten vollständig heilbar. Nach etwa zwei Monaten geht die Chagas-Krankheit in ein chronisches Stadium über, das über Jahre fortschreitet und zu schweren Organschäden bis hin zum plötzlichen Herztod führt.

Aufklärung sowie eine frühe Erkennung und Behandlung spielen eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung der Chagas-Krankheit.

Bayer unterstützt die WHO im Kampf gegen Chagas

Mit dem Wirkstoff Nifurtimox von Bayer kann die Chagas-Krankheit im akuten Stadium beinahe vollständig geheilt werden. Nifurtimox steht auf der WHO-Liste der lebensnotwendigen Medikamente, der „Essential Medicines“. Bayer garantiert der WHO als weltweit einziger Hersteller von Nifurtimox Versorgungssicherheit.

Bayer unterstützt die WHO seit 2004 darüber hinaus im Kampf gegen die Chagas-Krankheit mit Nifurtimox-Tabletten sowie finanzieller Unterstützung für Logistik und Distribution. 2011 wurde die Vereinbarung frühzeitig verlängert und die Zahl der bereitgestellten Tabletten auf eine Million pro Jahr verdoppelt. Gleichzeitig forscht Bayer an einer speziellen Dosierung für Kinder, da diese besonders gefährdet sind.

Weltweite Verbreitung von Chagas-Fällen 2006-2010
  • Source: Substaining the drive to overcome the global impact of neglected diseases: Second WHO report on tropical diseases (2013)