Augenheilkunde

Diabetisches Makula-Ödem (DMÖ)

DMÖ ist eine der Komplikationen des Diabetes und beeinträchtigt die Sehkraft.

Das Auge, die Netzhaut und die Makula

Ihre Netzhaut (Retina) ermöglicht Ihnen das Sehen. Sie besteht aus Nervengewebe und befindet sich an der Augeninnenseite. In der Netzhaut befinden sich Zellen, so genannte Photorezeptoren, die das ins Auge einfallende Licht in Signale umwandeln, die vom Gehirn verarbeitet werden. Man unterscheidet zwei Arten von Photorezeptoren: Stäbchenzellen, die besonders lichtempfindlich sind, und Zapfenzellen, die Ihnen das Farbensehen ermöglichen.

In der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut, sind die Zapfenzellen dicht gedrängt. Die Makula ermöglicht Ihnen das scharfe Sehen, wie für beispielsweise das Lesen oder das Autofahren.

Wie schädigt Diabetes das Auge?

Die Netzhaut enthält auch sehr viele kleine und empfindliche Blutgefäße (Kapillaren), die die Photorezeptoren mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen.

Bei Diabetes ist der Zuckergehalt im Blut höher als normal. Wird der Blutzuckerspiegel nicht reguliert, schädigt ein zu hoher Zuckergehalt die Kapillaren der Netzhaut.

Geschädigte Kapillargefäße stimulieren die Bildung eines Proteins, des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF). VEGF wiederum bewirkt, dass Flüssigkeit aus den Kapillaren austritt und sich in der Makula sammelt. Unter dem Einfluss von VEGF werden auch neue Blutgefäße gebildet, (Neovaskularisation), die ebenfalls Flüssigkeit absondern können.

Was ist DMÖ?

Die ausgetretene Flüssigkeit verursacht eine Schwellung (Ödem) der Makula, bekannt als diabetisches Makula-Ödem (DMÖ). Sie deformiert die Makula und führt zu einer verschwommenen Sicht. DMÖ kann zu einem vollständigen Verlust des zentralen Sehfelds führen. Fast jede dritte Person, die seit 20 oder mehr Jahren unter Diabetes leidet, entwickelt ein DMÖ.

Wie kann ich der Bildung eines DMÖ vorsorgen?

Wenn Sie Diabetes haben, dann sollten Sie in jedem Fall auf einen gut eingestellten Blutzuckerspiegel achten. Damit verhindern Sie eine Schädigung der empfindlichen Kapillargefäße in ihrem Auge. Falls Sie sich in Bezug auf Ihre Diabetesbehandlung unsicher sind, lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

Suchen Sie auch regelmäßig einen Augenarzt auf, damit Netzhautschäden frühzeitig entdeckt und behandelt werden können. Sollten Sie plötzlich unter einer verschwommenen Sicht leiden, teilen Sie dies Ihrem Augenarzt sofort mit.

Wie wird DMÖ behandelt?

Bei vielen DMÖ-Patienten kann eine spezielle Laserbehandlung die durchlässigen Kapillaren versiegeln und dadurch die Schwellung reduzieren. Andere Patienten werden mit Steroiden direkt am Auge behandelt, um die Entzündung einzudämmen.

Seit Kurzem ist eine neue Medikamentenklasse erhältlich, die den Wachstumsfaktor VEGF zum Ziel hat (anti-VEGF-Therapie). Nach Injektion ins Auge hemmen diese Medikamente die Wirkung von VEGF und reduzieren die Schwellung im Auge. Anti-VEGF-Therapien sind bei DMÖ effektiver als Laser- und Steroidbehandlungen.

Wir haben eine Anti-VEGF Therapie entwickelt, bei der es sehr rasch zu einer Abschwellung des Ödems kommt. Die zentrale Sehschärfe verbessert sich parallel. Die zugelassene Substanz ist bei einer Reihe von Augenerkrankungen wirksam und kann eine effektive Behandlungsmethode für Patienten mit DMÖ darstellen.

Hinweis für Patienten

Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.