Augenheilkunde

Myopiebedingte choroidale Neovaskularisation

Die myopiebedingte choroidale Neovaskularisation ist eine schwere Augenerkrankung, die unbehandelt zu Erblindung führen kann.

Was ist Myopie?

Myopie ist der medizinische Ausdruck für Kurzsichtigkeit. Bei normaler Sehschärfe ist Ihr Augapfel nahezu kugelrund. Wenn Lichtstrahlen auf Ihr Auge treffen, werden diese an einem Punkt auf Ihrer Retina, dem lichtempfindlichen Gewebe an Ihrer Augeninnenseite, scharf gebündelt. Dies ermöglicht Ihnen eine scharfe Sicht.

Wenn Sie unter Myopie leiden, ist Ihr Augapfel ein wenig zu lang, so dass die Lichtstrahlen, die in Ihr Auge fallen, sich vorne auf Ihrer Netzhaut bündeln. Dadurch erscheinen weiter entfernte Gegenstände verschwommen oder unscharf, nahe Gegenstände jedoch scharf. Myopie kann normalerweise durch das Tragen einer Brille oder von Kontaktlinsen korrigiert werden.

Bei manchen Menschen ist der Augapfel sehr stark gestreckt, was zu einer Dehnung und Verdünnung der äußeren Augenhaut (Sklera), der Retina und der Blutgefäße zwischen Retina und Sklera (Choroidea) führt. Dies bezeichnet man als pathologische Myopie. Es handelt sich um eine degenerative Erkrankung, das bedeutet, sie verschlimmert sich mit der Zeit. Ungefähr eine von 50 Personen mit Myopie entwickelt eine pathologische Myopie.

Was ist die myopiebedingte choroidale Neovaskularisation?

Pathologische Myopie kann sich zu einer myopiebedingten choroidalen Neovaskularisation (myopische CNV) entwickeln. Das bedeutet die Bildung von neuen, krankhaften Blutgefäßen in der Choroidea. Aus diesen kann Flüssigkeit austreten und eine Schwellung (Ödem) im Auge verursachen.

Wenn Sie unter myopischer CNV leiden, können Sie eine verschwommene Sicht haben, unter Verzerrtsehen (Metamorphopsien) leiden und/oder blinde oder graue Flecken im Zentrum Ihres Sichtfeldes (Skotom) wahrnehmen.

Myopische CNV ist eine schwere Erkrankung, die unbehandelt zu Sehverlust führen kann. Tatsächlich führt eine unbehandelte myopische CNV in den meisten Fällen innerhalb von ungefähr zehn Jahren zu Blindheit im gesetzlichen Sinne. Fast jede/r Zehnte mit pathologischer Myopie entwickelt myopische CNV. Starke Kurzsichtigkeit ist vor allem in Asien ein weit verbreitetes Problem. In Japan beispielsweise steht die pathologische Myopie an zweiter Stelle der häufigsten Ursachen für Erblindung.

Was verursacht myopiebedingte choroidale Neovaskularisation?

Der vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor (VEGF) ist ein Protein, das im gesunden Organismus die Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese) anregt und beim Wachstum von Gewebe und Organen eine Rolle spielt. VEGF nimmt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von myopischer CNV ein.

Wie wird myopische choroidale Neovaskularisation behandelt?

Wenn Sie an myopischer CNV leiden, können Sie mit einem Hochenergielaser (Photokoagulation) oder mit einer Kombination aus einem Medikament (Photosensibilisator) und einer speziellen Lichtart (photodynamische Therapie) behandelt werden. Beide Behandlungsmethoden wurden konzipiert, um die krankhaft gebildeten und Flüssigkeit absondernden Blutgefäße im Auge zu beseitigen.

Seit Kurzem ist eine neue Medikamentenklasse erhältlich, die gezielt den Wachstumsfaktor VEGF angreift (anti-VEGF Therapien). Diese Medikamente hemmen die Wirkung von VEGF und das Wachstum neuer Blutgefäße in die Choroidea.

Wir haben eine anti-VEGF Therapie entwickelt, die die Sehschärfe von Patienten mit myopischer CNV verbessert. Die Substanz verhindert die Bildung neuer Blutgefäße und sorgt dafür, dass weniger Flüssigkeit aus den Blutgefäßen austritt. Die bereits zugelassene Substanz ist auch bei einer Reihe von anderen Augenerkrankungen wirksam.

Hinweis für Patienten

Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.