Krebs

Gastrointestinale Stroma-Tumore (GIST)

Gastrointestinale Stroma-Tumore oder kurz GIST sind die häufigste Form von Sarkomen (einer Krebsart, die sich aus Binde- und Stützgewebe entwickelt) im Magen-Darmtrakt. GIST können im gesamten Magen-Darmtrakt auftreten, am häufigsten findet man sie jedoch im Magen (40-70% der Fälle) und im Dünndarm (20-30%).

Sarkome machen ungefähr ein Prozent aller Krebsarten beim erwachsenen Menschen aus, wobei GIST die häufigste Art von Sarkom darstellt. Jedes Jahr wird bei weltweit etwa 11-20 Patienten je Million GIST diagnostiziert, in Europa leben geschätzte 15 Menschen je Million mit GIST.

GIST ist eine seltene Krebserkrankung. Die bösartigen (malignen) Tumore können lebensbedrohlich werden, wenn sie in andere Bereiche des Körpers streuen (metastasieren) oder nicht vollständig operativ entfernt werden können. GIST betrifft geschätzte 11-20 Patienten je Million weltweit pro Jahr.

Die Entdeckung der onkogenen KIT-Kinase-Mutationen in GIST und die Einführung von Therapien mit Kinase-Inhibitoren haben zu einer schnellen Entwicklung im Verständnis dieser Tumore geführt. Es ist bekannt, dass 70-80% der Tumore eine onkogene Mutation im KIT-Gen aufweisen und dass diese Mutation zu einer dauerhaften Aktivierung der Kinase führt. Daher ist das mutierte KIT-Gen ein klinisch relevanter therapeutischer Ansatzpunkt für GIST.

Sofern GIST nicht in bestimmten Regionen des Verdauungssystems lokalisiert sind, verursachen die Tumore häufig keine bemerkbaren Symptome, bis sie eine bestimmte Größe erreicht haben. Infolgedessen wird GIST oft erst in späteren Erkrankungsstadien diagnostiziert – zu diesem Zeitpunkt haben 10-25% der diagnostizierten Patienten bereits eine metastatische Erkrankung entwickelt.

Häufig erfolgt die GIST-Diagnose dann, wenn Blut in Stuhl oder Erbrochenem festgestellt wird. Befindet sich der Tumor im Darmtrakt, kann der Stuhl schwarz und teerartig sein, während bei Tumoren im Magen oder in der Speiseröhre Blut im Erbrochenen auftritt. Erreicht ein Tumor eine gewisse Größe, kann er den Durchgang der Nahrung in den Magen bzw. Darm blockieren, was starke Magenschmerzen und Erbrechen verursachen kann.

Mit der Zeit führt ein andauernder Blutverlust zu Anämie, einem Mangel an roten Blutkörperchen, so dass Patienten sich müde und erschöpft fühlen.

Die Behandlung von GIST

Die Behandlung von GIST wird von einer Reihe von Faktoren beeinflusst, darunter der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten und die Größe und Lage des Tumors. Bei nicht metastasierten oder nur in umliegendes Gewebe metastasierten gastrointestinalen Stromatumoren besteht die Standardbehandlung in der operativen Entfernung des Tumors. Für größere Tumore sowie Tumore in schwer zugänglichen Lagen, bei denen eine operative Entfernung das Risiko späterer Gesundheitsprobleme mit sich bringen könnte, werden häufig zielgerichtete Therapien eingesetzt; diese blockieren gezielt bestimmte Signalwege der Tumorzellen und verhindern deren weiteres Wachstum. Chemo- und Strahlentherapie sind für diese Krebsart nicht wirksam und werden daher selten angewendet.

Aktuell gibt es drei solcher zielgerichteter Medikamente für Patienten mit GIST, deren Tumor nicht operativ entfernt werden kann und/oder bereits metastasiert hat.

Hinweis für Patienten

Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.