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Multiple Sklerose

1838 brachte der englische Arzt Robert Carswell die Auswirkungen einer rätselhaften Krankheit zu Papier: Er zeichnete Gehirn samt Rückenmark mit besonders vielen (multiplen) harten (sklerotischen) Narben. Diese Veränderungen gaben der Krankheit ihren Namen: Multiple Sklerose (MS).

Die Ursachen für Multiple Sklerose war unbekannt – und daran hat sich bis heute nichts geändert. Als Auslöser für MS diskutieren Wissenschaftler unter anderem Infekte in der Kindheit oder frühen Jugend, ausgelöst zum Beispiel durch Herpes-Viren, genetische und umweltbedingte Faktoren.

Symptome der Multiplen Sklerose

Der Verlauf der Multiplen Sklerose erfolgt meist in Schüben. MS ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, die sich an vielen unterschiedlichen Symptomen erkennen lässt. Erste Anzeichen der Multiplen Sklerose können plötzlich auftretende Sehstörungen, Lähmungen der Arme und Beine, Koordinations- und Sprachstörungen, Konzentrationsverlust, Müdigkeit und Schwindelgefühl sein.

Neben den sichtbaren, körperlichen Symptomen treten auch verdeckte MS Symptome in Erscheinung: Erschöpfungszustände sowie Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen können das Leben von MS-Patienten und ihren Angehörigen stark beeinträchtigen.

Unterschiedliche Formen des Verlaufs bei Multipler Sklerose

MS entsteht, wenn die harmonisch aufeinander abgestimmten Komponenten des menschlichen Immunsystems aus ihrer sensiblen Balance geraten. Der Verlauf der Krankheit ist individuell sehr verschieden. Oft treten die Symptome immer wieder neu und in unterschiedlicher Ausprägung auf

Je nach Häufigkeit der Schübe und dem zwischenzeitlichen Zustand des Patienten unterscheiden Ärzte zwischen vier Formen der Multiplen Sklerose:

  • Schubförmig-remittierend: Mit dieser häufigsten Form beginnt die MS bei über 80 Prozent aller Patienten. Die Symptome treten plötzlich auf und dauern in der Regel einige Tage an. Dann gehen sie mehr oder weniger zurück.
  • Sekundär-progressiv (fortschreitend): Diese Form entwickelt sich bei etwa der Hälfte der Patienten mit schubförmig-remittierender MS innerhalb von zehn Jahren. Die Krankheit ist stetig fortschreitend, mit oder ohne Schübe.
  • Primär-progressiv (fortschreitend): Sie ist die schwerwiegendste Form. Zwischen zehn und zwanzig Prozent aller MS-Patienten sind betroffen. Die Beschwerden entwickeln sich von Beginn an nicht in Schüben; der körperliche Zustand verschlechtert sich kontinuierlich.
  • Schubweise fortschreitender Verlauf: Bei dieser Verlaufsform besteht ab der Diagnose eine langsame Verschlechterung der Beschwerden, zu denen noch akute Schübe mit oder ohne symptomatische Erholung hinzukommen. Hierbei handelt es sich um die seltenste Form von MS.

Multiple Sklerose – Verbesserung der Lebensqualität durch Therapie

1993 erfolgte die Zulassung einer Therapieoption, die das Fortschreiten der Krankheit bremsen kann und eine langfristige Wirkung auf den Krankheitsverlauf zeigen konnte.
Bis heute ist diese Therapie eine maßgebliche Behandlungsoption für Patienten mit schubförmiger MS und für Patienten mit einem ersten klinisch isolierten Syndrom (CIS), das auf MS hinweist.

Im Fokus der Multiplen Sklerose Forschung: Wissen erweitern

Während die Forscher nach neuen Wirkstoffen suchen, treiben die Entwickler von Bayer die Verbesserung der Behandlung mit dem bewährten Wirkstoff auf andere Weise voran. So wurde 2005 eine Studie abgeschlossen, die Ärzte und Patienten aufhorchen ließ: Eine frühzeitige Behandlung von Multipler Sklerose bei einem ersten klinisch isolierten Syndrom kann das Risiko um etwa die Hälfte senken, eine klinisch gesicherte MS zu entwickeln.

Zusätzliche Auswertungen von Bayer-Studien liefern immer neue und relevante Informationen. Eine frühzeitige Behandlung ist wichtig und beeinflusst langfristig das Fortschreiten von MS, was sich sowohl auf die Erwerbstätigkeit als auch auf die Lebensqualität auswirkt. Bayer wird auch weiterhin mit zentralen akademischen Institutionen und Forschern zusammenarbeiten, um relevante Informationen zu gewinnen, die der MS-Fachwelt dienen. Dazu gehören auch Einzelheiten über den Gebrauch von neuen Injektoren.

Komplettversorgung für MS Patienten

Auf dem Gebiet von Multipler Sklerose ist Bayer Pionier mit langfristigem Engagement für die Patienten. Bayer hat nicht nur als erstes Unternehmen eine wirksame, innovative Behandlung für MS angeboten, sondern investiert auch laufend in eine verbesserte Unterstützung von MS-Patienten mit einem sogenannten „360°-Support“:

Bayer bot als erstes Unternehmen Pflegedienste für Patienten an. Das Angebot umfasste Schulungen, Übungsprogramme und emotionale Unterstützung. Bayer fuhr parallel dazu fort, Autoinjektoren zu entwickeln, die die Injektion des MS-Medikamentes von Bayer für Patienten so angenehm wie möglich macht. Das neueste Modell, der Autoinjektor BETACONNECT, ist voll elektronisch und lässt sich einfach bedienen. Das Gerät ist in Europa zugelassen. Eine optische und akustische Erinnerungsfunktion wurde entwickelt, um die Injektionszeiten besser einhalten zu können.

In einigen Ländern bietet Bayer auch CogniFit an. Dies ist ein Trainingsprogramm für das Gehirn, das den Patienten helfen kann, ihre Kognition zu verbessern. Mit CogniFit können die Patienten Spaß bei Online-Spielen haben und gleichzeitig ihr Gehirn trainieren.

Hinweis für Patienten

Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.