Engagement + Verantwortung

Gesundes Altern

Der Weltbevölkerung steht ein demographischer Wandel bevor

Mehr als 900 Millionen Menschen auf der ganzen Welt waren 2015 über 60 Jahre alt. Laut des Berichts der Vereinten Nationen zum Weltbevölkerungswachstum (World Population Prospects) wird sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 auf zwei Milliarden Menschen verdoppelt haben. Mit diesem demographischen Wandel geht einher, dass die gegenwärtig alternde Bevölkerung auch das gesellschaftliche Konzept vom Altern verändert.

Mit der kontinuierlich steigenden durchschnittlichen Lebenserwartung stehen die Industrieländer vor zwei mit dem demographischen Wandel verbundenen Herausforderungen – zum einen der Bewältigung von zusätzlichen Kosten im Zusammenhang mit längerfristiger Pflege und zum anderen dem Umgang mit der Aussicht auf mehr Lebensjahre mit einem sich stetig verschlechternden Gesundheitszustand. Da Altern ein relativ modernes Phänomen ist, müssen wir besser verstehen lernen, was Altern auf globaler und lokaler Ebene bedeutet.

Bayer engagiert sich für gesundes Altern

Bayer committet sich “Science For A Better Life” zu liefern, indem das Unternehmen ungedeckte Bedürfnisse durch wissenschaftlichen Fortschritt und Innovation angeht.

Wir helfen, die Chancen auf eine gute Gesundheit zu optimieren, indem wir die medizinische Ausbildung und den Wissensaustausch unterstützen, die Bezug auf die Erhöhung der durchschnittlichen Lebensdauer in den entwickelten Ländern nehmen – was zu einem qualitativ hochwertigen Leben führt, welches so aktiv und unabhängig wie möglich ist. Indes können jüngere Generationen gut informiert Entscheidungen treffen, die helfen, die Entwicklung chronischer Krankheiten zu verhindern, und sie unterstützen, auch im höheren Alter gesund zu bleiben.

„Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Bayer konzentrieren sich auf neue Therapiemöglichkeiten für Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Verlust der Sehkraft durch Makuladegeneration, sowie Prostata- und Lungenkrebs. Die Ergebnisse dieser Forschung könnten älteren Menschen ein längeres und aktives Leben ermöglichen.“

Dr. Michael Devoy, Chief Medical Officer, Bayer AG

Bayer hilft dem demographischen Wandel zu begegnen durch das Zusammenbringen von Regierungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und Industrie. Es werden neue Bezugssysteme gebildet und neue Medikamente entwickelt, um den Bedarf der Menschen zu erfüllen. So werden solide Investitionen in eine Zukunft getätigt, in der die Menschen die Freiheit haben, zu sein und zu tun, was sie schätzen, während sie gleichzeitig Zugriff auf die Pflege und Medikamente haben, die sie brauchen. Bayer hat bereits erfolgreich mit zahlreichen Schlüsselakteuren rund um das Thema gesundes Altern zusammengearbeitet:

Gesundes Altern ist nicht nur ein lokales, sondern ein globales Thema. Deshalb hat Bayer einige Aktivitäten mit variierendem Fokus auf verschiedene Regionen oder Länder initiiert, die besonders betroffen sind vom demographischen Wandel. Lernen Sie mehr über die weltweiten Unterschiede in alternden Gesellschaften und darüber, wie Bayer versucht diese anzugehen.

“Wir suchen beständig nach neuen und hochspezifischen Therapieansätzen, die es ermöglichen, Patientinnen und Patienten zukünftig noch besser zu helfen. Gleichgültig, wie viele Jahre wir zählen, wir altern alle von der ersten Minute unserer Geburt an. Es ist ein Thema, das alle Altersklassen betrifft.”

Dieter Weinand, Vorstandsmitglied und Leiter der Pharmaceuticals Division, Bayer AG

Deutschland

Der demographische Wandel ist in Deutschland bereits sehr weit fortgeschritten. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Deutschland, international gesehen, derzeit nach Japan das zweitälteste Land ist. Die Lebenserwartung steigt immer weiter an, während die Geburtenrate beständig bei einem niedrigen Wert liegt. Somit wächst der Anteil der älteren Bevölkerung schon seit längerem stetig an. Die daraus resultierenden Auswirkungen auf das gesellschaftliche Zusammenleben sind enorm.

Bayer führt deshalb die globale Initiative zum Thema ‚Healthy Aging‘ auch in Deutschland fort. Am Jahresmedienmeeting von Bayer Vital im August 2017 geht die Diskussion zum Thema gesundes Altern in Bezug zu den demographischen Entwicklungen in Deutschland und den Auswirkungen auf die Gesellschaft weiter. Als Ehrengast stellt unter anderem Prof. Dr. Bertram Häussler vom IGES Institut in Berlin seine Studie zum Thema „die Entwicklung des Gesundheitsnutzens“ vor und spricht dabei über die Veränderung der Krankheitslast ausgewählter Krankheitsbilder von 1993 bis 2013.

Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Gesellschaft

Der demographische Wandel spielt in viele verschiedene Bereiche der Gesellschaft hinein. Unser heutiges Konzept des Zusammenlebens wird sich verändern und neue Wege und Ansätze müssen gefunden werden. Lernen Sie hier mehr über die vielfältigen Einflüsse des demographischen Wandels:

Der demographische Wandel führt sowohl beim Gesundheits- als auch beim Pflegesystem zu enormen Veränderungen. Da die Pro-Kopf-Ausgaben mit zunehmendem Alter steil ansteigen, müssen die gesetzliche Kranken- und auch die Pflegeversicherung mit erhöhten Ausgaben rechnen, während die Einnahmen durch weniger Einzahlende sinken werden. Die gesetzliche Rentenversicherung bildet in Deutschland die Grundlage für die Versorgung der älteren Menschen im Ruhestand. Der demographische Wandel führt dazu, dass es weniger einzahlende Arbeitskräfte gibt, aber mehr Menschen mit Anspruch auf die Rente.

Durch den demographischen Wandel wird der Anteil der arbeitenden Bevölkerung zurückgehen. Um das Bruttoinlandsprodukt halten zu können, müsste also die Produktivität gesteigert werden. Es wird weniger Arbeit im Produktionssektor geben, weshalb Konsumgüter vermehrt aus dem jüngeren Ausland importiert werden müssten. Folglich wird sich die Nachfrage nach Kapital erhöhen. Auch Finanz- und Steuersystem sind betroffen. Denn mit einem durch den demographischen Wandel veränderten Arbeits- und Konsumverhalten wird es auch bei den steuerlichen Einnahmen Veränderungen geben.

Durch die konstant niedrigen Geburtenraten wird unsere Bevölkerung langfristig schrumpfen. Wodurch auch die Anzahl der Haushalte und damit der Wohnungsmarkt betroffen sein werden. Darüber hinaus wird der Wohnungsmarkt in Zukunft durch den höheren Anteil der älteren Bevölkerung stärker auf deren besondere Bedürfnisse eingehen müssen. Betreutes Wohnen, barrierefreie Zugänge oder Aufzüge in mehrstöckigen Häusern sind unter anderem Beispiele für altersgerechtes Wohnen, die beim Bau oder der Umrüstung von Wohnraum berücksichtigt werden müssen.

Langfristig gesehen wird sich der Bedarf an Einrichtungen, Personal sowie Finanzen im Bildungssystem durch den demographischen Wandel verändern. Zudem bedingt der Bevölkerungsrückgang auch eine sinkende Zahl hochqualifizierter Fachkräfte.

Der demographische Wandel in Deutschland

Die Weltbevölkerung erlebt einen demographischen Wandel, der von Region zu Region unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Lernen Sie hier mehr über das Phänomen in Deutschland:

Europa

Weltweit ist die Bevölkerung über 60 Jahre die am schnellsten wachsende. Europa hat derzeit den größten Anteil seiner Bevölkerung in diesem Sektor, nämlich über 24 Prozent. Im Juni 2016 veranstaltete Lambert van Nistelrooij, Mitglied des Europäischen Parlaments (MEP), im Europäischen Parlament in Brüssel einen von Bayer initiierten Stakeholder-Dialog zum Thema gesundes Altern in Europa. Zusammen mit unseren Stakeholdern hilft Bayer, die öffentliche Wahrnehmung über gesundes Altern zu verändern, indem wir die Herausforderungen eines demographischen Wandels und des Alterns weltweit wahrnehmen und angehen.

Fragen Sie die Experten

Unsere Reihe zum Thema gesundes Altern fragt Experten aus Nicht-Regierungsorganisationen, Regierungen, der Wirtschaft, der digitalen Welt und der Industrie, was gesundes Altern für sie bedeutet.

Q: Können Sie mir etwas über die International Federation on Ageing (IFA) erzählen?
A: Die IFA ist eine globale Nichtregierungsorganisation (NGO) und internationale Schnittstelle von Fachwissen und Experten, die daran arbeiten, altersbezogene Politik zu beeinflussen und zu gestalten. Die IFA ist eine der wenigen Organisationen auf diesem Gebiet, die einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen (UN) und ihren Organisationen genießt. 

Q: Wie hat sich das öffentliche Bild des demographischen Wandels in den letzten 50 Jahren verändert? 
A: Der demographische Wandel, einhergehend mit dem Verständnis des gesunden Alterns, wird aktuell neu definiert. Es geht nicht mehr primär um das Vorhandensein von Krankheiten, sondern auch um den eigentlichen Prozess, funktionale Fähigkeiten zu entwickeln oder aufrecht zu erhalten, die das Wohlergehen im höheren Alter ermöglichen. Die zwei tragenden Faktoren sind hierbei die physischen und mentalen Komponenten einer Person und die Umwelt im weitesten Sinne.
Im Zentrum der neuen Begriffsdefinition steht der Prozess, der es älteren Personen ermöglicht, durch die Entwicklung von Strategien und Aktionen, die ihnen optimale funktionale Fähigkeiten ermöglichen, das zu tun, was sie wertschätzen. Die drei Kernbereiche hierbei sind: Prävention, Zugang zu Gesundheits- und Sozialdiensten sowie rechtzeitige und angemessene Therapie. 

Q: Wie unterstützt die IFA das Bewusstsein für gesundes Altern?
A: Die IFA trägt gemeinsam mit Wissenschaft, Industrie, Regierung und NGOs die Verantwortung, nicht nur eine Diskussion um gesundes Altern und die Belastung älterer Menschen zu führen, sondern einen proaktiven Ansatz zur Maximierung der sozialen und wirtschaftlichen Beiträge aller Altersgruppen zu verfolgen. 
Der Aufruf zum Handeln lautet für alle: In der Lage zu sein das zu tun, was man wertschätzt. Die IFA hat sich dazu verpflichtet, als eine treibende Kraft zu einer Veränderung beizutragen, die kritische Themen bezüglich des Älterwerdens in einer globalen Welt bei Industrie, Regierung und anderen öffentlichen Sektoren anspricht und mittels multidisziplinärer Ansätze verfolgt. 

Q: Inwiefern hilft eine Zusammenarbeit mit der Industrie?
A: Die Industrie bringt eine wichtige Perspektive mit an den Gesprächstisch. Zusammen mit den Beiträgen und dem Wissen anderer Interessenvertreter sind diese maßgeblich für die künftige Entwicklung wirksamer politischer Maßnahmen, die älteren Menschen ermöglichen weiterhin das zu tun, was sie im Leben wertschätzen. Die funktionale Fähigkeit auf ein Höchstmaß zu bringen ist ganz klar entscheidend und unabhängig von Alter und Diagnosen.

Q: Möchten Sie noch etwas hinzufügen?
A: Der ‚Ageismus‘ – die Altersfeindlichkeit – ist der heimtückischste und unsichtbarste "-ismus" unserer Zeit. Ohne klar konzertierte Aktion werden dieser wertvolle Teil unserer Gesellschaft und Beiträge von Menschen aller Altersgruppen untergraben. Ältere Menschen sind besonders anfällig für gesellschaftliche und generationsübergreifende Stereotypisierungen. So wird ihre Möglichkeit, etwas beizutragen, auf bisher nicht realisierte Weise behindert. Es ist an der Zeit, den Faktor "Alter" aus der Diskussion über legitime Mitglieder der Gesellschaft herauszunehmen und sich stattdessen auf die Schaffung eines Umfelds zu konzentrieren, die die Teilhabe aller ermöglicht.
Es ist notwendig, das Denken und Handeln in Bezug auf den demographischen Wandel "zurückzusetzen" und festzulegen, wie zukünftige altersbezogene Politiken beeinflusst und geformt sein sollten.

Erfahren Sie mehr über gesundes Altern – und was Sie dafür tun können – auf der Website der International Federation on Ageing.

Q: Können Sie uns etwas über Medlanes erzählen?
A: Medlanes bietet eine bedarfsgesteuerte Gesundheitsversorgung per App. Für unsere Kunden steht eine Vielzahl von Ärzten und Spezialisten bereit, die bei nahezu jedem medizinischen Problem persönlich zu ihnen kommen, um zu diagnostizieren, zu behandeln oder zu helfen, wo auch immer sie sich gerade befinden.

Q: Glauben Sie, dass eine Gesundheits-App wie Medlanes eine jüngere Generation befähigt, über gesundes Altern nachzudenken?
A: Absolut. Digitale Medien, ob dies nun Apps, Smartphones oder Wearables sind, animieren eine jüngere Generation generell, sich mit ihrer Gesundheitserhaltung zu beschäftigen. Die digitale Ausstattung und digitalen Kenntnisse der jüngeren Generation machen sie wohl zu einer Generation, die am ehesten in der Lage ist, die einzigartige Möglichkeit zu mehr Verantwortung für ihre Gesundheit zu ergreifen und zu übernehmen.

Q: Wie hat sich in Ihren Augen der Blick der jungen Menschen auf das Alter und das Altern selbst in den letzten 50 Jahren verändert?
A: Ich glaube, dass junge Menschen mit dem Altwerden das verbinden, was sie als alt wahrnehmen: krank werden, ans Haus gebunden sein und nicht das Leben leben, dass sie einmal gelebt haben. In den letzten 50 Jahren sehen wir allerdings, dass es möglich ist, aufgrund der modernen Fortschritte in der Medizin viel länger gesund zu bleiben. Daher glaube ich nicht, dass jüngere Generationen das Altern so sehr fürchten, wie es frühere Generationen getan haben, da sie sehen, dass ihre Eltern ein längeres, erfüllteres Leben haben.

Q: Wie sieht die Zukunft des Gesundheitswesens Ihrer Meinung nach aus?
A: Ich glaube, die Zukunft des Gesundheitswesens liegt in der Digitalisierung, kombiniert mit neuen, erweiterten Behandlungsmöglichkeiten. Digitale Medien führen zu mündigeren Menschen, die in der Lage sind, mehr Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. In der Vergangenheit mussten Sie zum Arzt gehen und der Arzt sagte Ihnen, was Sie möglicherweise krank gemacht hat. Aber jetzt können die Patienten mit Apps und extern angeschlossenen Geräten mehr Verantwortung für ihre eigene Gesundheit übernehmen – beispielsweise mit einer App wie Medlanes, die Sie mit Ärzten verbindet, oder mit einem intelligenten Gerät, dass Ihnen sagt, wann Sie aufstehen, laufen oder Ihre Medizin nehmen sollten

Q: Sie glauben demnach, dass digitale Gesundheitsdienste die Gesundheitsversorgung zugänglicher machen können?
A: Ja, digitale Gesundheitsdienste bieten die einzigartige Möglichkeit, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung zugänglich und letztlich besser zu machen. Diejenigen, die eine gesundheitliche Versorgung brauchen, werden mit Gesundheitsdienstleistern zusammengebracht, sobald sie eine Versorgung benötigen – unabhängig von Alter, Aufenthaltsort oder Zeit.

Q: Wie hat sich das Altern über die letzten 50 Jahre verändert?
A: In den vergangenen 50 Jahren ist die weltweite Lebenserwartung um ungefähr 20 Jahre gestiegen. Aber unser allgemeiner Gesundheitszustand im Alter hat sich nicht wirklich verbessert. Zukünftig stellen wir uns einen patientenbezogenen Ansatz vor, der Individuen mehr Selbstbestimmung gibt und eine direktere, eigene Gesundheitskontrolle ermöglicht.

Q: Wie hilft Bayer, die demographische Verschiebung anzugehen?
A: Mit der demographischen Verschiebung der Altersstruktur in der Weltbevölkerung sehen wir zum Beispiel einen Anstieg der Krebspatientinnen und -patienten auf uns zukommen. Indem wir Behandlungsansätze untersuchen, die für Ärztinnen, Ärzte, Patientinnen und Patienten einen sinnvollen Fortschritt im Kampf gegen die schwierigsten Krebskrankheiten bedeuten, hat Bayer seine Bemühungen im Bereich Krebs in den letzten drei Jahren verdreifacht. Bayer konzentriert sich dabei besonders auf viel versprechende Behandlungsoptionen sehr schwer zu behandelnder Krebsarten.

Q: Was macht Bayer noch? 
A: Unsere Verantwortung liegt sowohl in der Prävention als auch in der Forschung und Entwicklung neuer Behandlungen – hierfür sind allerdings gemeinsame Anstrengungen vonnöten. Wir glauben, dass die Lösung der Gesundheitsprobleme Partnerschaften, Kollaborationen und einen umfassenden Ansatz im Hinblick auf Bildung erfordert. Darum helfen wir, die Debatte um das gesunde Altern mit Regierungen, NGOs und der Industrie anzuregen und zu fördern.
Zum Beispiel arbeiten wir mit der International Federation on Ageing, einer internationalen Organisation, die sich für altersbedingte Themen einsetzt, und der internationalen Agentur für die Vermeidung von Blindheit, der International Agency for the Prevention of Blindness, zusammen, um sicher zu stellen, dass mehr Patienten Zugang zu einer angemessenen Augenvorsorge erhalten, insbesondere diejenigen, die am anfälligsten sind und diese am dringendsten benötigen.

Q: Wie beziehen Sie die Jüngeren in die Diskussion ums Altwerden mit ein?
A: Unser Ansatz ist umfassend und bezieht alle mit ein, auch die Menschen, die heute jung sind. Wir müssen den Jüngeren helfen, früher zu verstehen, dass sie etwas tun können, um im späteren Leben eine bessere Gesundheit zu haben. Die Entscheidungen, die wir in jungen Jahren treffen, bestimmen, wie gesund wir im Alter sein werden.

Q: Was ist Ihre Sichtweise auf Vorbeugung?
A: Prävention ist ein unabdingbarer Teil einer Wertekette, die hilft, zu einem Paradigmenwechsel im Gesundheitswesen beizutragen. Ein gesunder Lebensstil, eine frühzeitige Diagnose und Intervention sind wichtig, um die Entwicklung chronischer Erkrankungen zu verzögern. Und es wird in der Verantwortung aller Interessensvertreterinnen und -vertreter liegen, einschließlich der alten und jungen Patientinnen und Patienten, sich aktiv an diesem Unternehmen zu beteiligen.

Q: Können Sie uns etwas über Social Progress Imperative erzählen?
A: Social Progress Imperative arbeitet mit Partnern, die helfen wollen, das Bewusstsein für den sozialen Fortschritt zu schärfen und ihn als ebenso wichtig einzustufen wie das Wirtschaftswachstum oder das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Unser Netzwerk besteht aus Partnerorganisationen in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft, die unseren sogenannten sozialen Fortschrittsindex, oder Social Progress Index, nutzen, um das menschliche Wohl zu verbessern und soziale Investitionen zu lenken.

Q: Was ist der soziale Fortschrittsindex, oder Social Progress Index (SPI)?

A: Der soziale Fortschrittsindex fügt der nationalen Leistung, üblicherweise gemessen an wirtschaftlichen Größen wie dem BIP, eine Größenordnung hinzu. Er beinhaltet Daten über soziale und ökologische Leistungen. Der Index misst, inwieweit die einzelnen Länder für die sozialen und ökologischen Bedürfnisse ihrer Bürgerinnen und Bürger sorgen. Er definiert den sozialen Fortschritt als die Fähigkeit einer Gesellschaft, den grundlegenden menschlichen Bedürfnissen ihrer Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden, und die Bausteine bereit zu stellen, die es den Bürgerinnen und Bürgern und Gemeinden ermöglichen, ihre Lebensqualität zu verbessern und zu erhalten sowie die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass alle Menschen ihr volles Potenzial erreichen können.

Q: Wie misst der soziale Forschungsindex Gesundheit?
A: Der Index bezieht zwei Bereiche für das Messen von Gesundheit mit ein. Einer der Bereiche dreht sich um die Ernährung und die medizinische Grundversorgung, und beinhaltet Fragen nach der Kindersterblichkeit, Müttersterblichkeit und Ernährung. Bei dem zweiten Bereich geht es um Gesundheit und Wohlbefinden. Gemeint ist, wie die einzelnen Länder mit Gesundheitsfragen umgehen. In dem Bereich Gesundheit und Wohlbefinden liegt eine der größten Herausforderungen für den sozialen Fortschritt – er tendiert nicht zwangsläufig zum Besseren wenn Länder reicher werden

Q: Wie hat sich das Altern über die letzten 50 Jahre verändert?
A: Wir konnten in den letzten 50 Jahren eine gestiegene Lebenserwartung beobachten. Das ist eine der größten Errungenschaften des letzten Jahrhunderts, aber sie stellt uns auch vor erhebliche Herausforderungen. Eine alternde Gesellschaft kann das Wirtschaftswachstum und viele andere Bereiche beeinflussen, einschließlich der Fähigkeit der Staaten und Gemeinden, ältere Bürgerinnen und Bürger mit einer Infrastruktur, Ressourcen und Gesundheitsleistungen zu versorgen.

Q: Wie sollten wir die Diskussion über das Altern beginnen?
A: Um diese akute globale Herausforderung anzugehen, müssen wir uns auf allen Ebenen zusammentun, mit der Industrie, wie zum Beispiel mit Bayer, mit NGOs wie der International Federation on Ageing sowie mit Regierungen. Zusammen können wir definieren, wie wir die Diskussion über Gesundheit und Altern führen, messen und verfolgen wollen, wo wir sie verbessern und Neuerungen einführen können.

Q: Was können Regierungen tun, um mehr auf das Thema gesundes Altern aufmerksam zu machen?
A: Regierungen können helfen, das Bewusstsein für Themen rund ums Altwerden zu erhöhen, indem sie einen gezielten Dialog beginnen, der hilft, die vielseitigen Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung zu adressieren.

Q: Die Altersstruktur hat sich über die letzten 50 Jahre verändert. Sehen Sie gegenwärtig Auswirkungen des Alterns auf die Gesellschaft?
A:Ja, die Gesundheitskosten steigen und wir müssen lernen, mit einer demographischen Verschiebung in unserer Gesellschaft umzugehen. Derzeit beträgt das Verhältnis zwischen der arbeitenden Bevölkerung zu den Älteren vier zu eins. Im Jahr 2050 wird es zwei zu eins betragen. Dieser demographische Wandel wird uns herausfordern, aber er bietet auch eine Gelegenheit, strukturelle Veränderungen in unserem Gesundheitssystem vorzunehmen.

Q: Wie beurteilen Sie die Rolle von Partnerschaften?
A: Ich glaube, dass Partnerschaften sehr wichtig sind. Gesundes Altern erfordert, dass wir alle zusammenarbeiten, von Regierung, NGOs und Industrie bis hin zur digitalen Ebene. Wir müssen uns gemeinsam etwas überlegen, um dieses komplexe Thema zu lösen.

Q: Können Sie uns ein wenig über die Europäische Innovationspartnerschaft für „Aktives und Gesundes Altern“ erzählen?

A: Die Europäische Kommission hat aktives und gesundes Altern als große gesellschaftliche Herausforderung erkannt, die alle europäischen Länder gleichermaßen betrifft. Es ist ein Thema, das Europa ein beträchtliches Potenzial bietet, der Welt innovative Antworten auf diese Herausforderung zu liefern. Die Europäische Innovationspartnerschaft für „Aktives und Gesundes Altern“ knüpft an diese Problemstellung der Europäischen Kommission an und zielt darauf ab, die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, diese gesellschaftlichen Herausforderungen mit Forschung und Innovation anzugehen.

Wir wollen dies auf drei Wegen erreichen:

  • EU-Bürgerinnen und -Bürgern ein gesundes, aktives und unabhängiges Leben während des Alterns ermöglichen
  • Die Nachhaltigkeit und Effizienz von sozialen und Gesundheitssystemen verbessern
  • Die Wettbewerbsfähigkeit auf den Märkten für innovative Produkte und Dienstleistungen steigern, und auf die Herausforderung des Alterns auf EU- und globaler Ebene reagieren, um so neue Möglichkeiten für das Wirtschaftsleben zu schaffen.

Q: Sie schrieben vor kurzem eine Broschüre mit dem Titel "The Road to the Valley".  Können Sie das Konzept ein wenig erläutern?

A: In "The Road to the Valley" geht es darum, wie unsere europäischen Städte Wissen und Innovationscluster in jeder Gemeinschaft schaffen sollten, die gleich gesinnte Menschen zusammenbringen, sei es in den Bereichen Gesundheit, digitale oder andere Innovationen. Ich glaube, dass wir durch "the Valley" Menschen zusammenbringen können, um zu helfen, die Probleme von morgen schon heute zu lösen.

Ein Beispiel für die Anwendung des "The Road to the Valley" Ansatzes ist das Programm "Lifelines" in Groningen, in den Niederlanden. Dieses Programm verwendet Gesundheitsdaten aus drei bis fünf Generationen einer Familie und ermittelt Krankheiten, die in den teilnehmenden Familien auftreten. Diese Forschung wird dazu beitragen, die Lebensqualität vorherzusagen und präventive Maßnahmen zu identifizieren, die ergriffen werden müssten, um auf mögliche genetische Prädispositionen zu reagieren, ob nun durch Prävention oder therapeutische Mittel.



Voices on Aging

Ein Ziel von Bayer ist es, Forschung und Entwicklung einzusetzen, um eine alternde Bevölkerung bei einem so aktiven Leben wie möglich zu unterstützen. Durch gezielte Aufklärungsmaßnahmen können jüngere Generationen Schritte unternehmen, um Krankheiten zu verhindern, damit sie im späteren Leben gesund bleiben.

Wenn es ums Altwerden geht, sind Sie nicht allein. Erfahren Sie in unserer Videoserie Voices on Aging mehr über das Altwerden von Menschen wie Ihnen:

Der demographische Wandel in Europa

Der Weltbevölkerung steht ein demographischer Wandel bevor. Dieses Phänomen variiert von Region zu Region, abhängig von den jeweiligen Geburtenraten und Lebenserwartungen. Lernen Sie mehr darüber in Europa:

Asien-Pazifik

Der demographische Wandel ist ein globales Phänomen. Besonders kritisch tritt er in Ostasien und dem Pazifikraum auf, der am schnellsten alternden Region. Deshalb initiierte Bayer im Dezember 2016 einen Stakeholder-Dialog in Singapur. Die Veranstaltung trug den Titel „Transforming Aging with Health Innovation” und setzte den Fokus auf den asiatisch-pazifischen Raum. Unter dem Vorsitz des Ehrengastes Dr. Amy Khor, Senior Staatsministerin des Gesundheitsministeriums Singapur, vereinte dieses Forum hochrangige Stakeholder aus der gesamten Region, um die Diskussion über Herausforderungen und Möglichkeiten einer alternden Gesellschaft weiter zu schärfen.

Zu diesem Anlass führte Bayer in Kooperation mit der Nationalen Universität von Singapur das Open-Innovation-Programm Grants4Apps Singapore ein. Diese globale Crowdsourcing-Initiative fordert Entwickler, Startups und Unternehmer heraus, innovative und digitale Ideen für komplexe Probleme im Gesundheitsbereich zu erarbeiten. In Singapur sucht man dabei nach innovativen Lösungen zur Verbesserung der Therapietreue bei älteren Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Perspectives

Innovative Lösungen für Gesundheitsfragen, wie neue Medikamente oder Technologien, spielen eine wichtige Rolle für die Bewältigung der Herausforderungen einer alternden Gesellschaft. Solche Gesundheitsinnovationen können sowohl zu einem längeren als auch zu einem gesünderen und produktiveren Leben der Menschen beitragen. Die Diskussionsrunde des Forums zu „Transforming Aging with Health Innovation“ setzte sich mit genau diesem Thema auseinander. Der TV Sender Channel News Asia strahlte sie als eine Episode der Serie „Perspectives“ aus. Dabei handelt es sich um ein TV Format, das sich auf gesellschaftliche Themen fokussiert. Sehen Sie hier was die Experten zu diesem wichtigen Thema sagen:

Voices on Aging von den Experten

Wir haben die Experten nach einer Stellungnahme zum Thema gesundes Altern gefragt. Lernen Sie hier mehr über die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft:

Ältere Menschen und das Problem der Therapietreue

Eine wesentliche Komponente bei der Behandlung von chronischen Krankheiten ist die Therapietreue, die man auch als Compliance bezeichnet. Sie ist definiert als „das Ausmaß, zu welchem das Verhalten einer Person mit dem vereinbarten Medikationsplan eines Gesundheitsdienstleister übereinstimmt“.  Ihr Gegenteil, die Non-Compliance oder auch Non-Adherence, hat schon immer eine Problematik bei Patienten dargestellt – ungefähr 50 % der Patienten nehmen Medikamente nicht so ein wie verschrieben. Die dadurch verursachten Folgen wirken sich nicht nur auf den Behandlungserfolg aus, sondern bringen auch höhere Kosten und Konsequenzen für das Gesundheitssystem mit sich. Gesundheitsdienstleister müssen deshalb gerade bei ihrer Arbeit mit Patienten mit einer Vielzahl und Variation von Problemfaktoren zurechtkommen, die besonders kritisch und häufig bei Menschen ab einem gewissen Alter auftreten.

Bekommen Sie hier einen Eindruck, wie weitreichend und vielfältig das Thema der Therapietreue für ältere Menschen ist und lernen Sie mehr über eine Auswahl der wichtigsten Faktoren:

 

Mit einer verminderten Sehkraft ist es umso schwieriger für ältere Menschen die Packungsbeilage zu lesen oder auch ähnlich aussehenden Tabletten auseinander zu halten.

Mit geringeren kognitiven Fähigkeiten im hohen Alter treten vermehrt Probleme bei der Koordination und der Einhaltung des Medikationsplans auf. Ein Beispiel: sich daran zu erinnern, welches Medikament, wie und wann genommen werden muss.

Da ältere Menschen dazu neigen, gleichzeitig an verschiedenen Krankheiten zu leiden, haben sie durch die Vielzahl an Medikamenten und einen komplizierteren Medikationsplan ein erhöhtes Risiko für Non-Compliance.

Älterne Menschen, vor allem aber die multimorbiden, müssen oftmals einen großen Teil ihrer Rente für Medikamente ausgeben.

Die verminderte Fingerfertigkeit von Älteren eine Medikamentenverpackung zu öffnen oder Tabletten zu brechen führt leicht zur Non-Compliance.



Der demographische Wandel in Asien-Pazifik

Der Weltbevölkerung steht ein demographischer Wandel bevor. Dieses Phänomen variiert von Region zu Region, abhängig von den jeweiligen Geburtenraten und Lebenserwartungen. Lernen Sie mehr darüber aus dem asiatisch-pazifischen Raum: