Diagnose

Herz-Kreislauf-System Close-up

 

Eine wirksame Behandlung und die Vorbeugung schwerwiegender Folgen setzen voraus, dass Symptome früh erkannt werden und der Gesundheitszustand anschließend regelmäßig kontrolliert wird.

Der Medizin steht hierfür eine Vielzahl von Diagnoseverfahren zur Verfügung, die je nach Fragestellung genau abgestimmt auf die jeweilige Erkrankung eingesetzt werden, um im Einzelfall die höchste Aussagekraft zu erzielen.

Bayer ist auf dem Gebiet der diagnostischen Bildgebung aktiv und arbeitet an optimierten Messgeräten für die Kontrolle des Blutzuckerspiegels.




 

 

Eine Blutuntersuchung gibt in vielen Fällen wichtige erste Anhaltspunkte: Die Analyse einer Blutprobe zeigt zum Beispiel die Konzentration der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und des Hämoglobins an, die für den Sauerstofftransport im Körper zuständig sind. Ist beispielsweise die Konzentration der Erythrozyten sehr niedrig, kann das auf eine – möglicherweise behandlungsbedürftige – Anämie hinweisen.

Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann auf ein größeres Risiko hindeuten, an Bluthochdruck und Arteriosklerose zu erkranken, die wiederum Risikofaktoren für Herzinfarkt und Schlaganfall darstellen. Die Konzentration bestimmter Stoffwechselprodukte (z.B. Kreatinin) im Blut lässt Rückschlüsse auf die Nierenfunktion zu.

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel (Glukosewert) kann auf eine Diabeteserkrankung hinweisen oder durch eine gestörte Nierenfunktion bedingt sein: Beide sind Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch die Blutgerinnung kann anhand einer Blutprobe getestet werden.

Weitere Hinweise gibt die Analyse des Urins. Der Nachweis von Eiweiß (Protein) oder roten Blutkörperchen im Urin kann auf eine Erkrankung der Nieren hindeuten.

Bei bestimmten Indikationen – zum Beispiel bei entzündlichen Erkrankungen der Nieren (wie IgA-Nephritis) – kann die Entnahme von Gewebe (Biopsie) Aufschluss über die Art und die Schwereder Krankheit geben.




 

 

Medizintechnik spielt für die Herz-Kreislauf-Diagnostik eine zentrale Rolle. Die Kontrolle des Blutdrucks erfolgt in der Regel mithilfe eines Druckmessgeräts (Manometer), das mit einer aufblasbaren Manschette am Arm befestigt wird.

Bei Bedarf (zum Beispiel während einer Operation) kann der Blutdruck für eine präzisere, kontinuierliche Kontrolle invasiv gemessen werden. Ein Katheter mit aufgesetztem Druckmessgerät wird dazu in die Arterie oder Herzkammer eingeführt. Der Druck in den Lungengefäßen kann nur mithilfe einer Katheter-Untersuchung gemessen werden, um einen eventuellen Lungenhochdruck (Pulmonale Hypertonie) zu diagnostizieren.

Die Spirometrie kommt bei Patienten mit Lungenerkrankungen (z.B. Asthma, COPD) zum Einsatz, um das Lungenvolumen anhand der beim Ausatmen ausströmenden Luft festzustellen.

Mit einem Elektrokardiogramm (EKG) werden elektrische Ströme im Herzmuskel gemessen. So können Störungen des Herzrhythmus (z.B. bei Vorhofflimmern), der Herzfrequenz, eine akute Belastung (etwa des rechten Herzens bei einer Lungenembolie) oder Schädigungen des Herzmuskels (z.B. durch einen Herzinfarkt) erfasst werden.

Ein Elektroenzephalogramm (EEG) misst die elektrischen Ströme im Gehirn und ist die standardmäßige Untersuchungsmethode in der Neurologie, kann aber auch Aufschluss über etwaige Schädigungen, etwa durch einen Schlaganfall, geben.




 

 

Bildgebende Verfahren erzeugen Bilder des Körperinneren und können so krankhafte Veränderungen sichtbar machen. Kontrastmittel, die vor oder während der Untersuchung injiziert werden, verstärken bei Bedarf die Kontraste und somit die Sichtbarkeit von Weichteilen oder Blutgefäßen. So erhöhen sie die Aussagekraft des Bildes. In der Diagnostik von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommen verschiedene bildgebende Verfahren zum Einsatz.

Die Sonographie (Ultraschall) erzeugt ein Bild mit Hilfe von kurzen Schallwellen oberhalb des für Menschen hörbaren Bereichs. Diese werden von der Organoberfläche zurückgeworfen (Echo) und können in ein Profilbild umgesetzt werden. Ein Ultraschall des Herzens (Echokardiogramm) ermöglicht Einblicke in die Bewegungsabläufe des Herzmuskels, die Messung der Herzwanddicke sowie Aussagen über die Pumpleistung des Herzens oder die Blutströmung. Um Sichthindernisse zu umgehen und Blutgerinnsel in den Herzvorhöfen leichter zu erkennen, kann der Schallkopf zur Messung auch mit dem Endoskop in die Speiseröhre eingeführt werden. Auch bei Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen wird die Sonografie als bildgebendes Verfahren eingesetzt. Insbesondere strukturelle Veränderungen, wie beispielsweise eine „Schrumpfniere“ durch Vernarbungen, kann gut dargestellt werden.

Röntgenstrahlen werden im menschlichen Körper vor allem von den Knochen absorbiert. Eine Röntgenaufnahme des Oberkörpers („Röntgen-Thorax“) zeigt den knöchernen Brustkorb; Herz und Lunge sind als Schatten sichtbar. Die Aufnahme kann erste Hinweise auf bestimmte Lungenerkrankungen geben, zum Beispiel auf ein Lungenemphysem oder eine Lungenentzündung. Auch eine mögliche Vergrößerung des Herzens (zum Beispiel bei einer Herzinsuffizienz) wäre auf einer Röntgenaufnahme zu erkennen.

Werden bei einer Herzkatheter-Untersuchung Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße eingebracht, lassen sich Gefäßverengungen im Röntgenbild erkennen. Auch die Position des Katheters wird mit Hilfe von Röntgenstrahlen kontrolliert. Die Computertomographie (CT) erstellt mithilfe von Computern Röntgenbilder im Schnittverfahren, die im Rechner zu einer dreidimensionalen Darstellung zusammengesetzt werden können. So können beispielsweise Schlaganfälle mittels CT diagnostiziert werden.

Bei der Magnetresonanztomographie (MRT) werden Schnittbilder mithilfe von Magnetfeldern und Radiowellen erzeugt. Das Verfahren beruht auf dem Prinzip, dass Atomkerne mit ungerader Protonen- oder Neutronenzahl (zum Beispiel das Wasserstoffatom) über einen Eigendrehimpuls (Spin) verfügen und dadurch zu winzigen Magneten werden. Ein MRT-Bild kann deshalb sehr genaue und differenzierte Darstellungen von wasserhaltigen Geweben liefern. Kontrastmittel mit Jod (CT) oder Gadolinium (MRT) erhöhen bei bestimmten Untersuchungen die Aussagekraft des Bildes. Die Schichtbilder können unter anderem frühzeitig Aufschluss über Durchblutungsstörungen, Blutungen und andere Schädigungen des Gewebes und der Gefäße (Angiographie) geben und werden zum Beispiel bei der Schlaganfalldiagnose eingesetzt.

Mit neuen, leistungsfähigen Computer- und Magnetresonanztomographen ist es heute auch möglich, die Herzbewegung während eines Herzschlags in schneller Folge aufzunehmen. Diese neuen Verfahren können die (invasive) Herzkatheter-Untersuchung wegen deren höherer Detailtiefe jedoch noch nicht vollständig ersetzen.

Die nuklearmedizinische Diagnostik (z.B. Szintigraphie) nutzt eine kurzzeitige Radioaktivität für die Bildgebung. Substanzen, die sich bevorzugt in bestimmten Zielgeweben anreichern, werden dazu radioaktiv markiert: Bei der Herz-Szintigraphie (Myokardszintigraphie) wird zum Beispiel ein Tracer, der nur von gesunden, gut durchbluteten Herzmuskelzellen aufgenommen wird, mit radioaktivem Thallium markiert. Intakte Bereiche des Herzmuskels „leuchten“ somit im Szintigramm auf und können so von wenig durchbluteten oder geschädigten Muskelpartien (z.B. bei einem Herzinfarkt) unterschieden werden.




 

Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennung der Symptome sind essentiell für die Prävention und die effektive Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Labortests, Medizintechnik und diagnostische Bildgebung mittels Ultraschall, Röntgen und MRI spielen eine zentrale Rolle bei der Herz-Kreislauf-Diagnostik.