Familienplanung

Familienplanung für eine nachhaltige Entwicklung

„Jedes Kind muss gewollt sein. Deshalb sind Aufklärung und Familienplanung so wichtig.“
  • Renate Bähr, Geschaftsführerin Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, Deustschland.

 

Die Vereinten Nationen haben es in ihren Millenniums-Entwicklungszielen klar formuliert: Familienplanung ist ein Grundrecht, das jedem Menschen zusteht. Die Freiheit, über den Zeitpunkt einer Schwangerschaft selbst zu bestimmen, stärkt vor allem die Position von Frauen in der Gesellschaft. Sie hilft, die Kindersterblichkeit zu reduzieren und die Gesundheit von Müttern zu verbessern, denn zahlreiche Schwangerschaften in kurzer Folge gefährden Mutter und Kind.

Doch bis das Recht auf selbstbestimmte Familienplanung weltweit umgesetzt ist, bleibt viel zu tun: Nach Schätzungen der WHO im Jahr 2012 wünschen sich über 200 Millionen Frauen in Entwicklungsländern zuverlässige und moderne Verhütung, haben aber keinen Zugang dazu. Und laut Jahresbericht der Stiftung Weltbevölkerung (DSW) werden weltweit jedes Jahr 80 Millionen Frauen ungeplant schwanger, mehr als eine halbe Million sterben an Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt.

Familienplanung ist ein wichtiger Schritt, um den Kreislauf der Armut zu durchbrechen – für die Frauen und ihre Familien wie für die Länder, in denen sie leben. Eine Verlangsamung des rapiden Bevölkerungswachstums kann helfen, eine nachhaltige Entwicklung anzustoßen – das heißt: die Lebensqualität verbessern, in Bildung investieren, Ressourcen für die gesamte Bevölkerung sichern, die Umwelt schützen.

Bayer engagiert sich seit 50 Jahren in einem Netzwerk öffentlicher und privater Partner dafür, dass Frauen und Mädchen weltweit ihr Recht auf selbstbestimmte Familienplanung ausüben können. Als Anerkennung für dieses langjährige Engagement wurden wir 2007 – als erstes Pharmaunternehmen – in die Reproductive Health Supplies Coalition (RHSC) aufgenommen.

Drei wesentliche Säulen

Ein erfolgreiches Engagement in der Familienplanung beruht auf drei wesentlichen Säulen. Erstens: Information und Beratung, denn nur das Wissen um die Möglichkeiten und Folgen einer aktiven Familienplanung versetzt Menschen in die Lage, eigenständige Entscheidungen zu treffen. Zweitens: Zugang zu Verhütungsmitteln, was die Auswahl unter verschiedenen Methoden einschließt. Die dritte Säule ist die Unterstützung aus dem sozialen Umfeld, denn gerade für junge Menschen ist die Hürde, eigenständige Entscheidungen gegen den Willen der Familie oder gesellschaftlichen Gruppe durchzusetzen, zu hoch.

Bayer unterstützt in über 130 Ländern Familienplanungsprogramme, die Frauen weltweit den Zugang zu modernen Verhütungsmitteln ermöglichen. Wir tun dies u. a. in gemeinsamen Projekten mit der amerikanischen Entwicklungsbehörde USAID („United States Agency for International Development“) und Nichtregierungsorganisationen wie beispielsweise dem UNFPA („United Nations Population Fund“). Im Rahmen dieser Familienplanungsprogramme stellt Bayer verschiedene Methoden hormoneller Kontrazeptiva wie Verhütungspillen, Injektionen und Implantate zur Verfügung. Mit der Kennzahl CYP („Couple Years of Protection“) wird die Anzahl der Paare (Lebensgemeinschaften) gemessen, die mithilfe der bereitgestellten Mittel ein Jahr lang verhüten können.

Welche Rolle spielt Familienplanung für eine nachhaltige Entwicklung?

Im Interview erklärt Stiftungsgeschäftsführerin Renate Bähr, warum die freie Entscheidung von Frauen und Paaren, ob, wann und wie viele Kinder sie haben möchten, nicht nur ein abstrakter Wunsch, sondern eine dringende Notwendigkeit ist.