Verfügbare und erschwingliche Medikamente für alle

Stärkung des Zugangs zu Gesundheitsversorgung

Ärztin berät einen Vater

Für eine gesündere globale Gesellschaft möchten wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern mehr Patienten in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau (LMICs) den Zugang zu unseren Medikamenten ermöglichen.
 

Aufgrund des weltweiten Bevölkerungswachstums und der steigenden Lebenserwartung ist die Gesundheitsversorgung wichtiger als je zuvor. Die COVID-19-Pandemie hat deutlich gezeigt, welche verheerenden Folgen Krankheiten haben können, wenn kein Zugang zu medizinischer Betreuung, Therapien und Impfstoffen gegeben ist.

 

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben etwa 2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu medizinischer Grundversorgung. Ohne wirksame Therapien können Krankheiten einen schwerwiegenderen Verlauf nehmen und schlimmere gesundheitliche Folgen für Patienten haben. Menschen mit chronischen Krankheiten leiden möglicherweise jahrelang unter Symptomen, wie Schmerzen oder eingeschränkte Mobilität, während ihre Gesundheit sich immer weiter verschlechtert. Sie sind auch eher von Armut und Hunger betroffen und geraten in einen Kreislauf der Bedürftigkeit. Da auf 80 Prozent der Länder nur 20 Prozent des weltweiten Gebrauchs an pharmazeutischen Produkten entfallen, sind es die Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau, die am stärksten unter dem fehlenden Zugang leiden.

 

Der verbesserte Zugang zur Gesundheitsversorgung bleibt eine der vordringlichsten, aber auch komplexesten globalen Entwicklungsaufgaben, die im Nachhaltigkeitsziel 3 der Vereinten Nationen beschrieben ist. Wenn wir unsere Vision „Health for All“ wahr machen wollen, müssen wir alles tun, um sicherzustellen, dass alle Menschen, die unsere Produkte brauchen, sie auch erhalten können.
 

Unsere Patient Affordability Programs (PAPs) sind für die Patienten eine große Hilfe bei Kosten, die sie aus eigener Tasche bezahlen müssen. Sie haben das Potenzial, eine deutliche Veränderung beim Zugang zu Medikamenten herbeizuführen. Durch einen regionaleren Ansatz wollen wir den Zugang zu nachhaltiger Gesundheitsversorgung auf die nächste Ebene heben.
Florian Noeske
Regional Market Access & Access Affairs

Schaffung von Zugang erfordert vielfältige Interventionen 

Die Verbesserung des Zugangs zu medizinischer Behandlung, Diagnose und Therapie ist eine komplexe Herausforderung. Deshalb wenden wir unterschiedliche Strategien an, um den vielfältigen Bedürfnissen von Patienten in allen Teilen der Welt gerecht zu werden. Dies erstreckt sich von Sachspenden unserer Produkte und intellektueller Ressourcen bis hin zur aktiven Beteiligung an globalen Gesundheitsnetzwerken. Zudem transformieren wir unser Geschäft durch die Einführung flexibler, maßgeschneiderter Ansätze zur Reduzierung der Kostenlast für die Patienten. Wir arbeiten mit unseren gestaffelten Preisstrategien auf eine Ausweitung der Erstattungen hin und geben pro Jahr mehr Dosen unserer Medikamente über unsere Patient Affordability Programs (PAPs) aus. Natürlich arbeiten wir bei all diesen Programmen mit globalen und lokalen NGOs, Regierungsstellen, gemeinnützigen Organisationen und anderen Partnern zusammen, um eine maximale Wirkung zu erzielen. 
 

Zusammenarbeiten und mitwirken, wo es am nötigsten ist

Ein sehr direkter Weg, auf dem wir etwas bewirken, ist durch Spenden von Medikamenten, zu denen arme Patienten ansonsten keinen Zugang hätten. Dazu gehören zum Beispiel unsere Produkte zur Behandlung von vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs), die besonders häufig Menschen in einigen der ärmsten und abgelegensten Teile der Welt betreffen, oder unsere Therapien für seltene Krankheiten wie Hämophilie. Medikamente alleine reichen oft nicht; daher unterstützen wir die WHO auch finanziell, um eine nachhaltige Ausrottung von bestimmten Tropenkrankheiten bis 2030 zu erreichen. Als führendes Unternehmen im Bereich der Frauengesundheit stärken wir Frauen weltweit, indem wir durch Spenden und Zugangsprogramme mit reduzierten Kosten in Zusammenarbeit mit Partnern den Zugang zu freiwilliger Familienplanung ausweiten. Dies ist ein zentrales Versprechen in unserer Nachhaltigkeitsagenda

In vielen Fällen reichen Spenden nicht aus oder wirken sich Spenden nicht nachhaltig auf die Erreichung unseres Ziels eines beständigen, langfristigen Zugangs aus. Über Programme wie die Ghana Heart Initiative arbeiten wir mit lokalen Partnern zusammen, um die Gesundheitssysteme in LMICs zu stärken. Dazu unterstützen wir Aktivitäten in allen Phasen der Lieferkette mit Schwerpunkt auf dem Patientenzugang. Bei anderen dringlichen Gesundheitsthemen wie der Resistenz gegen Antibiotika oder dem Kampf gegen COVID-19 spielen wir eine aktive Rolle in etablierten globalen Netzwerken, die wir mit finanziellen und intellektuellen Ressourcen unterstützen.
 

Erschwinglichkeit für Patienten durch flexible, abgestufte Preise 

Wir wissen, dass beim Zugang zu Medikamenten die Kosten ein großes Hindernis sein können. Die Erschwinglichkeit kann in verschiedenen Ländern und Regionen sehr unterschiedlich sein. Wir sind der Ansicht, dass dies bei unserem Bestreben, unsere Medikamente für mehr Patienten auf der Welt zugänglich zu machen, Berücksichtigung finden sollte. Deshalb verändern wir die Art und Weise, wie wir die Preise für unsere Produkte gestalten. Unsere neue Preisgestaltungsphilosophie für pharmazeutische Produkte ist eine Synthese zwischen der Zahlungsfähigkeit und dem Produktwert, damit wir den Patienten, die sie benötigen, unsere Produkte zur Verfügung stellen können. Unser Preismodell berücksichtigt die lokale Erschwinglichkeit und den Wert der Produkte, um den öffentlichen nationalen Gesundheitssystemen mehr Preisflexibilität anbieten zu können.

 

Dieser Ansatz für unser Preismodell wurde 2020 entwickelt und soll im Jahr 2021 weltweit eingeführt werden.
 

Therapien für diejenigen erschwinglich machen, die sie benötigen

Unsere maßgeschneiderten Patient Affordability Programs (PAPs) helfen Patienten, finanzielle Hindernisse zu überwinden, um die benötigten Behandlungen so lange zu erhalten, wie sie sie brauchen. Wir arbeiten unter anderem mit Versicherungsgesellschaften und gemeinnützigen Organisationen zusammen, um die finanziellen Belastungen für die Patienten zu reduzieren.

 

Die Patienten in verschiedenen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau stehen zwar vor ähnlichen Herausforderungen, wenn es um die Bezahlung von Medikamenten geht, doch die einzelnen Länder haben unterschiedliche Gesundheitssysteme und Mechanismen, um Behandlungen verfügbar zu machen. Unsere PAPs sind auf die lokalen Bedürfnisse der einzelnen Länder abgestimmt und können Patienten wie folgt unterstützen: 

  • Feststellung der Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Patienten durch einen maßgeschneiderten Ansatz, bei dem der Patient nur so viel bezahlen muss, wie er über einen Zeitraum von 12 Monaten zahlen kann.
  • Bereitstellung des benötigten Medikaments zu einem reduzierten Preis in Form eines sofortigen oder nachträglichen Rabatts auf den vom Patienten zu zahlenden Preis oder die kostenlose Bereitstellung von Produkten.

 

Durch die Anpassung unserer PAPs an die spezifischen Bedürfnisse der einzelnen Länder haben wir deutliche Fortschritte bei der Ausweitung des Zugangs zu unseren Medikamenten gemacht. Durch die Einführung der Programme in verschiedenen Regionen und mehreren Therapiebereichen sehen wir das Potenzial, in den ersten drei Jahren 150.000 Patienten zusätzlich zu erreichen und auch danach kontinuierlich immer mehr Patienten zu erreichen.

Unsere Preisgestaltungsphilosophie hilft unseren Länderteams, Wege zu finden, damit mehr Menschen von unseren Medikamenten profitieren können. Wenn unsere Verhandlungen in diesem Sinne stattfinden, dient unsere Zusammenarbeit mit unseren Partnern in den Ländern einem gemeinsamen Zweck: so vielen Menschen wie möglich den Zugang zu Medikamenten zu ermöglichen.
Andriy Skyrta
Manager Business Operations & Strategy, Bayer Pharmaceuticals

Messergebnisse zu den Auswirkungen

Wir arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen, um zu messen, welche Ergebnisse und Auswirkungen unsere Maßnahmen auf die Verbesserung des Patientenzugangs zur Gesundheitsversorgung haben. Ob bei der Zusammenarbeit mit der WHO und anderen Organisationen, um NTDs auszurotten, unserer Zusammenarbeit mit u. a. der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Ghana Heart Initiative, um die Wirksamkeit von Herz-Kreislauf-Therapien in Ghana zu verbessern, oder der Zusammenarbeit mit The Challenge Initiative zur Verbesserung des Zugangs zu Empfängnisverhütung und Familienplanungsressourcen für Frauen – wir verfolgen die Wirksamkeit unserer Aktivitäten nachvollziehbar über unsere Partner und verpflichten uns zu transparenter und regelmäßiger Berichterstattung über unsere Fortschritte. 

 

Wir machen unsere Preisgestaltung und unsere Erschwinglichkeitsmodelle zu unserer Lebensphilosophie, um eine positive Wirkung auf die Gesellschaft und unser Geschäft zu erzielen. Derzeit entwickeln wir einen Rahmen für die Messung unseres Fortschritts anhand der Zugangsziele, die wir uns für unsere Preisgestaltungsphilosophie und unsere PAPs gesetzt haben. In diesem Zusammenhang wollen wir die folgenden Kriterien überwachen:

  • die Aufnahme dieser Ansätze in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommensniveau (LMICs) und
  • die Anzahl der in PAPs registrierten Patienten.

 

Diese Informationen sollen zukünftig genutzt werden, um unseren Ansatz so anzupassen, dass die effektive Realisierung unser Mission, den Patientenzugang zu Therapien zu erweitern, weiterhin sichergestellt ist, vor allem in LMICs.