Therapie + Versorgung

Gesund bleiben bei der Pflege anderer

Schätzungsweise 100 Millionen Pflegende kümmern sich in Europa1 um ihnen nahestehende Menschen. Sie sind täglich oder bei Bedarf für sie da – emotional, finanziell, pflegerisch, administrativ und darüber hinaus. Über 80% aller Pflegeleistungen werden von pflegenden Angehörigen übernommen. Sie kümmern sich um Schwerkranke, doch ihre große Leistung wird nicht immer ausreichend gewürdigt.

Beim Pflegen auch auf sich selbst achten

Eine Person zu pflegen, kann erfüllend und überfordernd zugleich sein. Es ist wichtig, dass Sie als pflegende Person Ihre eigenen Bedürfnisse nicht vergessen. Besonders wenn Sie einen nahestehenden Menschen in schlechter gesundheitlicher Verfassung pflegen, messen Sie Ihrer eigenen Gesundheit vielleicht nicht so viel Bedeutung bei. Tatsächlich ist Ihre körperliche und geistige Gesundheit aber von ganz entscheidender Bedeutung. Sich um Ihr eigenes Wohlbefinden zu kümmern, ist nicht nur für Sie, sondern auch für den pflegebedürftigen Menschen wichtig. Sie können die notwendige Unterstützung nur leisten, wenn Sie selbst gesund sind.

Tipps zur Selbstfürsorge

Das können Sie tun, damit Sie gesund bleiben:

  • Bewegen Sie sich regelmäßig: Schon ein kurzer Spaziergang kann helfen, sich besser zu fühlen und besser zu schlafen.
  • Ernähren Sie sich gesund: Viel Obst und Gemüse geben Ihrem Körper die notwendigen Nährstoffe, die Sie für Ihren kräftezehrenden Alltag benötigen.
  • Bleiben Sie in Kontakt: Pflegen Sie Ihre Freundschaften – wenn Sie sich nicht persönlich sehen können, halten Sie über Telefonate, E-Mails oder SMS Kontakt.
  • Entspannen Sie sich: Praktizieren Sie Yoga, Meditation oder Achtsamkeitsübungen. Schon fünfzehn Minuten Auszeit täglich können helfen.
  • Tauschen Sie sich aus: Wenden Sie sich an Ihre lokale Betreuungsorganisation, um Rat, Unterstützung und Informationen zu erhalten. Hier können Sie auch hilfreichen Austausch mit anderen Pflegenden finden.
  • Nutzen Sie Unterstützungsangebote: Bringen Sie in Erfahrung, ob es relevante Betreuungsansprüche oder finanzielle Unterstützung gibt, die Ihr Alltagsleben entlasten könnten.
  • Teilen Sie die Belastung: Scheuen Sie sich nicht, Hilfsangebote anzunehmen und beispielsweise Arbeiten wie Einkaufen, Kochen oder Putzen zu delegieren.
  • Machen Sie Pausen: Ständige Pflege ohne Pause ist schlecht für Sie und die pflegebedürftige Person. FreundInnen, Familien- und Kurzzeitpflegedienste können Ihnen eine regelmäßige Auszeit zum Ausruhen und Auftanken anbieten.

Die Pflegenden würdigen

All jenen, die einen unschätzbaren Beitrag in der Pflege leisten, haben wir diese Reihe von Videos unserer Kampagne #ByMySide gewidmet. Die Videos honorieren die Stärke, Belastbarkeit und den Mut von PatientInnen, die von Herz- und Kreislaufkrankheiten betroffen sind, und sie würdigen die Pflegenden, die selbstlos Unterstützung und Mitgefühl geben.

 


Quelle:

1 European Commission, The TRACK project supports informal carers, Zuletzt aufgerufen im December 2018
2 Ibid