Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Lungenhochdruck (Pulmonale Hypertonie oder PH)

Der Lungenhochdruck ist eine Erkrankung, bei der sich die Blutgefäße in den Lungen zunehmend verengen. Dadurch kommt weniger Blut zu den Lungenbläschen (Alveolen), was die Sauerstoffaufnahme erschwert. Patienten mit PH leiden unter einer stark eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit und einer entsprechend verminderten Lebensqualität. Die häufigsten Symptome der PH sind Atemnot, Erschöpfung (Fatigue), Schwindelgefühl und Ohnmachtsanfälle und werden durch Anstrengung verstärkt.

Wenn die Luft dünn wird

Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie, PH) ist eine schwere, fortschreitende, lebensverändernde und lebensbedrohliche Erkrankung der Lunge und des Herzens. Der Druck in den Lungenarterien ist deutlich erhöht, was zu Rechtsherzversagen und zum Tod führen kann. Patienten mit PH entwickeln Bluthochdruck in den Lungenarterien, der zu Kurzatmigkeit und Erschöpfung führt, und die Ausübung einer Erwerbstätigkeit und Alltagsaktivitäten wie das Zurücklegen kurzer Distanzen zu Fuß und das Treppensteigen erschweren. PH betrifft Menschen jeden Alters, auch Kinder, obwohl das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Diagnose bei ca. 50 Jahren liegt. Es wird davon ausgegangen, dass PH weltweit bei mehreren hunderttausend Patienten diagnostiziert wurde. Es gibt fünf verschiedene Formen von PH. Jede der fünf Formen kann sich bei Patienten unterschiedlich auswirken.

Tödliche Verengung der Blutgefäße

Die Betroffenen erleben einen Zustand, der einem Aufenthalt in mehreren Tausend Metern Höhe gleicht. Es ist, als werde die Luft dünner. Und das dauerhaft. Die Folge: Das Herz muss permanent und immer stärker gegen den Widerstand der verengten Gefäße anpumpen – und versagt schließlich eines Tages ganz.

Bis vor wenigen Jahren bestand die einzige Hoffnung für Patienten mit Lungenhochdruck in einer Lungentransplantation. Seit einigen Jahren bietet Bayer HealthCare Pharmaceuticals ein Medikament an, das das Fortschreiten einer der Formen des Lungenhochdrucks anhalten kann, nämlich die pulmonal arterielle Hypertonie (PAH). Das Medikament wird als feiner Nebel direkt in die Lunge eingeatmet. Dort angekommen führt der Wirkstoff zu einer Erweiterung der Blutgefäße in der Lunge und verbessert dadurch Durchblutung und Sauerstoffaufnahme. Somit werden die Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität der Patienten verbessert, und ihre Überlebenszeit wird verlängert. Der Wirkstoff des Medikaments wird oft als Teil einer Kombinationstherapie verwendet.

Die richtige Diagnose kommt oft spät

Da die Symptome der PH nicht spezifisch sind, kann es bis zur richtigen Diagnose bis zu zwei Jahre dauern. Für die besten Erfolgsaussichten sollten Patienten in einem PH-Fachzentrum behandelt werden. Ein Echokardiogramm der rechten Herzhälfte, das indirekt den Druck in der Lunge misst, kann wichtige Hinweise liefern. Der Befund kann dann mithilfe einer Katheter-Untersuchung der rechten Herzseite bestätigt werden.

Pulmonal arterielle Hypertonie

Die pulmonal arterielle Hypertonie (PAH) zeichnet sich durch morphologische Veränderungen der Gefäßwände der Lungenarterien aus, die eine Umbildung des Gewebes und Gefäßverengung verursacht, was zu einer deutlichen Erhöhung des Blutdrucks in den Lungenarterien führt. Durch diese Veränderungen verengen sich die Blutgefäße in den Lungen; dadurch wird es dem Herzen erschwert, Blut durch die Lunge zu pumpen. Bis vor kurzem standen nur für diese Art des Lungenhochdrucks medikamentöse Therapien zur Verfügung.

Chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie

Die chronisch thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH) ist eine fortschreitende und lebensbedrohliche Erkrankung, bei der durch Blutgerinnsel verursachte Verstopfungen in den Lungengefäßen (fibrotisch organisierte Blutgerinnsel) allmählich zu einem erhöhten Druck in den Lungenarterien und damit zu einer Überanstrengung der rechten Herzhälfte führt. CTEPH kann sich auf Basis früher aufgetretener Lungenembolien entwickeln, die genaue Krankheitsentstehung ist jedoch noch nicht vollständig geklärt. CTEPH ist die einzige Form der PH, die potentiell durch einen operativen Eingriff geheilt werden kann. Allerdings kann bei bis zu 40 Prozent der Patienten dieser operative Eingriff nicht durchgeführt werden, und bei bis zu 35 Prozent der Patienten besteht die Krankheit auch nach der Operation weiter oder tritt erneut auf. Diese Patienten benötigen zugelassene pharmakologische Therapien.

Neue Arzneimittel können die Lebensqualität verbessern

Bei Bayer haben Wissenschaftler direkte Stimulatoren von sGC entdeckt, einen neuen Weg, die Blutgefäße zu erweitern, den Blutdruck in der Lunge zu senken und das Herz zu entlasten. Der erste Vertreter dieser spezifischen Arzneimittelklasse ist das erste Medikament, das zur Behandlung von zwei Arten des Lungenhochdrucks zugelassen wurde. Sein spezifischer Wirkmechanismus ist anderen zugelassenen Medikamenten zur Behandlung der pulmonal arteriellen Hypertonie (PAH) potenziell überlegen. Zudem ist es das erste Medikament, das für eine weitere Form der PH, der inoperablen chronisch thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH) oder der weiter bestehenden bzw. erneut auftretenden CTEPH nach operativer Behandlung zugelassen ist.

Die zulassungsrelevanten Phase-III-Studien haben gezeigt, dass das Medikament gut verträglich ist und wirksam den Schweregrad der Erkrankung bei Patienten mit PAH und bei inoperabler oder weiter bestehender bzw. erneut auftretender CTEPH nach operativer Behandlung signifikant verbessert. Auch viele der Symptome der Patienten wurden abgeschwächt und ihre Lebensqualität wurde verbessert.

Hinweis für Patienten

Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.