Krebs

Darmkrebs (kolorektales Karzinom oder CRC)

Darmkrebs, genauer gesagt das kolorektale Karzinom oder CRC, ist weltweit eine der häufigsten Krebsarten, mit geschätzten 1,36 Millionen im Jahre 2012 gestellten Diagnosen. Die Sterblichkeitsrate von CRC beträgt etwa die Hälfte seines Vorkommens weltweit. Ca. 694.000 Menschen sind 2012 an CRC gestorben, damit stellt diese Krebsart weltweit die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache dar. Die Häufigkeit ist deutlich höher bei Männern als bei Frauen (Verhältnis 1,4:1), wobei es in unterschiedlichen Teilen der Welt in der Häufigkeit einen bis zu 10-fachen Unterschied gibt.

Darmkrebs tritt auf, wenn sich im Gewebe des Darms (Dickdarm oder Enddarm) bösartige (Krebs-) Zellen bilden. Die Mehrzahl der im Dick- oder Enddarm vorkommenden Krebserkrankungen sind sogenannte Adenokarzinome, Krebserkrankungen, die im Drüsengewebe entstehen; diese machen 95 Prozent aller Dickdarmtumoren aus. Bei den meisten Menschen beginnt CRC als Polyp an der Innenseite des Dick- oder Enddarms und vergrößert sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren zu einem Tumor. Metastasierter Darmkrebs (mCRC) tritt auf, wenn sich der Krebs auf andere Körperregionen ausgebreitet hat.

Die meisten Darmkrebserkrankungen verursachen im frühen Stadium keine Symptome, d.h. sie können über Jahre unbemerkt wachsen, während sich der Patient vollkommen gesund fühlt. Klinische Symptome treten dann meist erst auf, wenn der Tumor bereits fortgeschritten ist.

Einige Patienten bemerken eine Veränderung im Stuhlgang (unerklärlicher Durchfall oder Verstopfung). Manchmal leiden die Patienten an Schmerzen, und wenn sich der Krebs am After befindet, kann es beim Stuhlgang zu roten Blutungen kommen. Mit der Zeit führt ein andauernder Blutverlust zu Anämie, einem Mangel an roten Blutkörperchen; Patienten fühlen sich müde und erschöpft. Unerklärlicher Gewichtsverlust ist ein weiterer Hinweis auf einen Tumor, aber dies bezieht sich keineswegs ausschließlich auf CRC.

Die Fünf-Jahres-Überlebensrate für Menschen, bei denen Darmkrebs im Stadium I diagnostiziert worden ist, und bei denen der Tumor auf das Organ beschränkt ist, wo er begonnen hat, liegt bei 74 Prozent. Allerdings fällt im Stadium IV, bei dem der Krebs bereits auf entfernte Körperbereiche gestreut hat, die Fünf-Jahres-Überlebensrate auf nur sechs Prozent.

Die Behandlung von Darmkrebs

Behandlungsmöglichkeiten hängen davon ab, in welchem Stadium der Krebs sich zum Zeitpunkt der Diagnose befindet.

Bei vielen Menschen mit frühem CRC kann der Tumor operativ entfernt werden. Im Anschluss an eine Operation erhalten Patienten mit Darmkrebs oft eine Bestrahlung und/oder Chemotherapie, um ein erneutes Auftreten des Krebses zu verhindern. Ärzte verschreiben zudem Chemotherapien, um nach der Operation möglicherweise noch vorhandene Krebszellen abzutöten.

Wenn der Krebs bereits gestreut (metastasiert) hat, sinken die Heilungschancen dramatisch. Chemotherapie, Strahlentherapie und operative Entfernung stellen alle Optionen für mCRC dar, aber Chemotherapie wird oft mit biologischen Therapien ergänzt.

Biologische Therapien sind Medikamente, die dem Körper dabei helfen, das Wachstum von Krebszellen zu kontrollieren. Sie gehören zu den zielgerichteten Therapien, bei denen Medikamente oder Antibiotika verwendet werden, um bestimmte Krebszellen zu identifizieren und anzugreifen, ohne dabei gesunde Zellen zu beschädigen.

Ungedeckter Bedarf

Wenn der Krebs bereits gestreut (metastasiert) hat, kann man eine Chemotherapie sowie spezielle zielgerichtete Therapien einsetzen, um das Leben der Patientin bzw. des Patienten zu verlängern, selbst wenn keine vollständige Heilung mehr möglich ist.

Kürzlich wurden weitere therapeutische Optionen für Patienten mit metastasiertem Darmkrebs zugelassen, deren Krankheit sich trotz des Einsatzes der bisherigen verfügbaren Medikamente weiter ausbreitet. Viele Patienten bleiben unter den neuen Therapien weiter leistungsfähig und könnten geeignete Kandidaten für die neuen Behandlungsoptionen sein.

Hinweis für Patienten

Jeder Körper reagiert anders auf Medikamente. Deswegen können wir Ihnen nicht sagen, welches Medikament für Sie das richtige ist. Bitte fragen Sie Ihren Arzt.